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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Nicole und Thomas Gögele beim Doppeltriumph Foto: GOLFFOTOde © getty

Beim Teachers Championship 2008 in Bad Saarow ist das Ehepaar Gögele nicht zu stoppen und schreibt deutsche Golf-Geschichte.

Von Matthias Lettenbichler

Bad Saarow - Es ist ein Novum in der deutschen Golfgeschichte: Erstmals ist es einem Ehepaar gelungen, im selben Jahr unisono eine Deutsche Meisterschaft im Profi-Golf zu gewinnen.

Viermal hat Nicole Gögele in ihrer Karriere bereits bei der Gerling German PGA Championship triumphiert, ununterbrochen von 2002 bis 2005, damals noch unter ihrem Mädchennamen Stillig.

Thomas Gögele trug sich bei dieser offenen Deutschen PGA Meisterschaft 1999 und 2000 in die Siegerliste ein; den gemeinsamen Erfolg verpassten sie 2004, als Nicole siegte, Thomas sich aber knapp Tino Schuster geschlagen geben musste.

"Besser als je zuvor"

Inzwischen sind beide Golf-Professionals auch Diplom-Golflehrer geworden und durften deshalb in diesem Jahr erstmals bei der Deutschen Meisterschaft der Golflehrer antreten, der golf.extra PGA Teachers Championship. Und beide setzten sich auf Anhieb in absolut überzeugender Weise durch.

Nicole Gögele bewies, dass sie nichts verlernt hat, und traf den Ball "besser als je zuvor", wie sie selbst überrascht feststellte. "Mir fehlen zwar noch Fitness und Routine, aber der Instinkt ist noch da!" Mit acht über Par und am Ende neun Schlägen Vorsprung setzte sie sich völlig ungefährdet durch.

Titelverteidigerin Esther Poburski verzeichnete Runden von 80, 77 und 76 Schlägen und verdrängte am Finaltag die Schottin Lindsey Irvine noch auf Rang drei (72, 78, 88).

Auf den Weg zum Doppelsieg

Nach dem letzten Putt auf dem 18. Grün des Arnold-Palmer-Platzes nahm Nicole Gögele die Glückwünsche ihrer Mitspielerinnen Esther Poburski und Lindsey Irvine entgegen, die sie gerade auf die Plätze zwei und drei verwiesen hatte.

Danach ging die 33-Jährige ins Büro zum Scoring, um ihre 75er-Finalrunde zu unterzeichnen und damit den Gesamtsieg nach Runden von 74 und zweimal 75 Schlägen.

Gleich im Anschluss eilte sie unverzüglich weiter zum Nick Faldo Course des AROSA Scharmützelsee Golf Spa Resort, gerade rechtzeitig, um den letzten Putt von Ehemann Thomas zu dessen 69er-Runde zu sehen, ebenso gleichbedeutend mit dem Sieg in der Wertung der Herren.

Thomas Gögele verzeichnete Runden von 75, 67 und 69 Schlägen, gesamt vier unter Par auf den Plätzen Stan Eby und Nick Faldo, womit der 37-Jährige letztlich sechs Schläge Vorsprung auf den Zweitplatzierten Denis Prössel (69, 71, 77/+2) hatte. Rang drei der Herren-Wertung ging an Sven Puckelwaldt (70, 73, 75/+3).

Souveräner Finaltag

"Bei diesem Platz geht mir das Herz auf! Er fordert und er inspiriert mich", so Thomas Gögele bei seiner Siegerrede über den Faldo-Course. Mit präzisen Drives und gefühlvollem Kurzem Spiel zähmte er insbesondere am Finaltag den von kniehohem dichtem Rough gesäumten Platz und gab sich keine Blöße, während die Konkurrenten strauchelten.

Mark Stevenson hatte am Vortag in Runde zwei noch mit 68 Schlägen auf dem Faldo-Platz brilliert, trotz anspruchsvoller Bedingungen und heftigem Wind eine beeindruckende Galavorstellung gegeben, doch am Finaltag musste er eine 79 auf seiner Scorekarte notieren, Platz vier am Ende für den Engländer (72, 68, 79).

Denis Prössel, nach zwei Tagen noch gemeinsam mit Stevenson auf Platz eins, spielte in Runde drei eine 77er Runde und musste damit Thomas Gögele ebenso den Vortritt lassen wie der Drittplatzierte Sven Puckelwaldt.

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