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Bernhard (l.) und Erwin Langer gründeten 1980 die Langer Golf GmbH © imago

Erwin Langer kündigt an, die Kandidatur zurückzuziehen, falls der Bund keine millionenschwere Garantie abgeben sollte.

München - Die deutsche Bewerbung um die Ausrichtung des Ryder Cups 2018 ist offenbar gefährdet.

Die Bewerbergesellschaft RC Deutschland GmbH (RCD) droht mit einem Rückzug der Kandidatur für den traditionsreichen Kontinentalkampf zwischen den besten Golfprofis aus den USA und Europa, falls sich der Bund nicht an der Finanzierung beteiligt.

Eine Nichtbeteiligung des Bundes, sei es finanziell oder auch nur ideell, wäre das Ende der Bewerbung, sagte RCD-Geschäftsführer Erwin Langer der "Süddeutschen Zeitung".

Erwin Langer und sein Bruder, der ehemalige Weltklasse-Golfer Bernhard Langer, verantworten als Geschäftsführer und Präsident die Ryder-Cup-Kandidatur (Das Golf-Journal im TV auf SPORT1).

Merkel kümmert sich

Diese ist neben der Münchner Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 derzeit die zweite große deutsche Bewerbung um eine Sportveranstaltung.

Sein Bruder Bernhard hat mittlerweile einen persönlichen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschrieben habe, um auf die Situation hinzuweisen. Die Hoffnung erweckende Antwort der Kanzlerin lautete, sie werde sich nach ihrem Urlaub darum kümmern.

"Das verschafft mir bei aller Sorge ein gutes Gefühl", sagte Erwin Langer, "wir haben auch aus dem Wirtschaftsministerium inzwischen positive Signale bekommen."

"Sollte es uns nicht gelingen, die Bundesregierung zu überzeugen, müssen wir unsere Bewerbung zurückziehen", sagte er.

18-Millionen-Garantie erforderlich

Streitpunkt zwischen Bundesregierung und dem Bundesland Bayern bzw. dem RCD ist im Kern die Frage, wer die Kosten der sogenannten Lizenzgebühr in Höhe von 18 Millionen Euro übernimmt.

Diese wird im Falle einer erfolgreichen Kandidatur fällig. Vorab aber müssen die 18 Millionen Euro garantiert werden.

Der Bund und der Freistaat Bayern sollen den Großteil dieser Summe zu gleichen Teilen übernehmen, heißt es in Schreiben der bayerischen Staatskanzlei, aus der die "SZ" zitiert.

Der Bund in Berlin verweist allerdings darauf, dass Bewerbungen um Sportveranstaltungen in der Regel von der ausrichtenden Kommune sowie dem Bundesland, in dem die Veranstaltung stattfinden soll, getragen werden.

"So hat beispielsweise bei der Bewerbung um die Leichtathletik-WM 2009 das Land Berlin und nicht der Bund entsprechende Finanzgarantien abgegeben", sagt ein Sprecher des Bundesinnenministeriums.

"Eindeutige Aussage" gefordert

Erwin Langer glaubt, dass die Zurückhaltung der Bundesregierung die Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung gefährdet.

Eine "eindeutige Aussage, dass die Bundesregierung den Ryder Cup 2018 in Deutschland haben möchte", sei "eine Voraussetzung seitens der Ryder Cup Europe".

Richard Hills, der Direktor der besagten Organisation, bestätigt diese Einschätzung: "Der erfolgreiche Bewerber für 2018 muss eine Kombination aus öffentlicher, privater und politischer Unterstützung gewonnen haben."

Er fügt vieldeutig hinzu: "Wir sind zuversichtlich, dass jeder der fünf Bewerber diese Anforderung komplett verstanden hat."

Vier Konkurrenten

Die Vergabe des Ryder-Cups 2018 erfolgt im April 2011 durch die Ryder Cup Europe LLP, die zuständige Organisation in London.

Neben Deutschland bewerben sich Spanien, Portugal, die Niederlande und Frankreich ? wo Präsident Nicolas Sarkozy entschlossen hinter der Bewerbung steht.

Deutschland geht mit einem noch nicht gebauten Platz in Neuburg an der Donau ins Rennen.

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