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Bei der anschließenden Pressekonferenz wirkt Kaymer teilweise abwesend. Er versucht den Erfolg zu realisieren, was ihm aber schwer fällt: "Es wird wohl eine Weile dauern, bis ich begreife, was hier passiert ist", ist er sich sicher
Martin Kaymer springt durch den Erfolg auf Weltranglistenplatz fünf © getty

Martin Kaymer zeigt sich nach seinem Sieg bei der PGA Championship fassungslos. Im Interview erklärt er seine Erfolgstaktik.

Kohler/Wisconsin - Es ist der größte Erfolg für den deutschen Golfsport seit Bernhard Langers Erfolg bei den US Open 1993: Martin Kaymer hat die 92. PGA Championship in Kohler/Wisconsin gewonnen.

Und das im für einen Golfer jungen Alter von 25 Jahren.

Dabei bewies der neue deutsche Golf-Star im Finish große Nervenstärke. Er entschied das Stechen um den Turniersieg gegen den Amerikaner Bubba Watson für sich. (Highlights ab 23 Uhr im TV)

"Im Stechen war ich absolut ruhig, sehr zuversichtlich", sagt Kaymer zu seiner "Coolness".

Im Interview spricht er außerdem über seine Gefühle nach dem großen Erfolg und seine Erfolgstaktik.

Frage: "Sie haben in Kohler Ihren ersten Major-Titel geholt. Wie groß ist die Freude?"

Martin Kaymer: "Das ist sensationell. Ich habe Gänsehaut, wenn ich nur darüber spreche. Ich kann das noch gar nicht fassen, nach nur vier Jahren auf der Tour habe ich mein erstes Major gewonnen. Ich hoffe, dass dies der erste von noch vielen Titeln in meiner Karriere war."

Frage: "Waren Sie über den Gesamtstand immer informiert?"

Kaymer: "Auf den ersten neun Löchern habe ich immer auf die Rangliste geschaut. Aber danach habe ich versucht, das zu vermeiden. Am sechsten Loch habe ich zu meinem Caddie gesagt: Es ist egal, was heute passiert - ich führe das erste Mal in meiner Karriere ein Major-Turnier an. Das war ein tolles Gefühl."

Frage: "Am Ende wurde es noch einmal spannend. Wie war Ihre Taktik?"

Kaymer: "Ich wollte hohe Scores und dumme Fehler vermeiden. Mein Ziel war es, an jedem Loch die Chance auf ein Birdie zu haben und im schlechtesten Fall Par zu spielen. Auf den letzten neun Löchern wollte ich nur noch mein eigenes Spiel durchziehen, gute Schläge zeigen, einfach nur Golf spielen und die Atmosphäre genießen."

Frage: "Sind Sie nervös geworden, als ihre Konkurrenten aufgeholt haben?"

Kaymer: "Manchmal habe ich natürlich durch das Raunen der Zuschauer mitbekommen, dass an anderen Stellen etwas passiert ist. Aber ich habe mir gesagt, dass ich keinen Einfluss auf die anderen Jungs habe. Das war das Wichtigste."

Frage: "Im Stechen wirkten Sie erstaunlich ruhig. Täuscht dieser Eindruck?"

Kaymer: "Nervös war ich vorher auf der Runde, aber im Stechen war ich absolut ruhig, sehr zuversichtlich. Das war schon irgendwie komisch. Als am letzten Loch der Ball von Bubba Watson im Wasser landete, habe ich gewusst: Mehr als eine 5 geht bei ihm nicht. Also habe ich auf Par gespielt. Das war alles, was ich wollte."

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