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Martin Kaymer ist seit dem Jahr 2005 als Golf- Profi aktiv © getty

Der Deutsche hat nach seinem ersten Major-Sieg Ryder Cup und Weltspitze im Visier. Mit Langer will er sich nicht vergleichen.

München - Der Ryder-Cup, weitere Triumphe bei den größten Turnieren der Welt - und schließlich der Golf-Thron:

Sein erster Major-Sieg hat bei Martin Kaymer den Hunger auf weitere große Titel und Ziele geweckt.

Mit dem Zwischenschritt europäische Spitze peilt der 25-Jährige langfristig sogar den Sturz des strauchelnden Superstars Tiger Woods und die Nummer 1 der Welt an.

"Ich werde alles dafür tun, die Nummer 1 zu werden. Aber es wird nicht einfach. Doch wenn mir vor einem Jahr jemand gesagt hätte, dass ich in diesem Jahr mein erstes Major-Turnier gewinne, hätte ich es auch nicht geglaubt", sagte Kaymer, die aktuelle Nummer 5 der Golf-Welt, am Dienstag in München.

Europas Spitze noch 2010

Zunächst will Kaymer aber auf Platz eins in Europa - und zwar noch 2010.

"Ich habe in diesem Jahr die große Chance, bester Spieler Europas zu werden. Schon im letzten Jahr war ich nahe dran, habe es dann aber wegen meines Kart-Unfalls und der folgenden Pause nicht geschafft. Es ist mein Ziel, bester europäischer Spieler zu sein", sagte Kaymer.

Die weiteren Majors im Visier

Seine Erwartungen seien nach dem Triumph vor zweieinhalb Wochen bei der 92. US-PGA-Championship in Kohler gestiegen, sagte Kaymer:

"Ich habe immer das Ziel zu gewinnen, egal, zu welchem Turnier ich fahre - das hatte ich vor zwei Jahren noch nicht. Aber jetzt weiß ich, dass ich gegen die Besten der Welt gewinnen kann."

Mit Blick auf die drei ihm noch fehlenden Major-Titel fügte er an: "Ich hoffe, dass mein Name bald auch auf den anderen Trophies steht."

"Nie den Hunger verlieren"

Wichtig sei es auf diesem Weg, "nie den Hunger zu verlieren, stets Appetit auf mehr Erfolge zu haben", sagte Kaymer selbstbewusst. Ein Sieg wie in Kohler "sollte nicht das Ende einer Karriere sein".

Vor seiner Teilnahme am Ryder Cup, bei dem er das junge europäische Team gegen die USA als Favoriten sieht ("Unser Mix ist sehr gut"), wird Kaymer noch in den Niederlanden antreten.

Kein Vergleich mit Langer

Kaymer wurde von einigen Kommentatoren schon in eine Reihe mit deutschen Sport-Legenden wie Boris Becker oder Michael Schumacher gestellt, sieht sich selbst aber nicht auf einer Stufe mit den Besten.

"Man sollte den Boden unter den Füßen nicht verlieren. Mich mit Bernhard Langer zu vergleichen, ist sehr verfrüht. Er holt ja heute noch mehr Majors als ich Titel. Wo er ist, bin ich noch lange nicht", sagte er über den besten deutschen Golf-Profi der Historie.

Nur noch ein Turnier bis zum Ryder Cup

Nach Langer ist Kaymer im Oktober in Wales erst der zweite Deutsche, der am Ryder Cup teilnehmen darf. "Für mich wird ein Traum wahr. Es gibt nichts Schöneres, als da am Abschlag zu stehen. Auf der einen Seite die europäischen, auf der anderen die amerikanischen Fans, wie im Fußball-Stadion. Das sieht man sonst nicht im Golf", sagte Kaymer, früher selbst ein talentierter Kicker.

Bis zum Start am 1. Oktober will er neben dem Turnier in den Niederlanden noch zu Hause in Neuss und an seinem Zweitwohnsitz im US-Bundesstaat Arizona trainieren.

"Viel ändern werde ich sicher nicht. Wenn man gerade erst so einen Titel gewonnen hat, muss man sich nicht viele Gedanken über seinen Schwung machen", sagte er.

Hoffnung auf Duell mit Tiger Woods

In Wales würde er sich auf ein Duell mit Tiger Woods freuen, dessen Nominierung noch ungewiss ist:

"Ich bin sicher, dass wir ihn da sehen. Es wäre schön, neben ihm am Green zu stehen und gegen ihn zu spielen."

Und ihn zu schlagen.

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