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Eldrick "Tiger" Woods führte am 15. Juni 1997 erstmals die Weltrangliste an © getty

Nach seiner Rückkehr auf den Platz hat Tiger Woods seine Dominanz verloren. Die Konkurrenten gehen auf Konfrontationskurs.

Newport - Das Golf-Volk probt offen die Rebellion gegen seinen Herrscher.

Wie noch nie zuvor in seiner glanzvollen 15-jährigen Profikarriere sieht sich Tiger Woods unverfrorenen Attacken ausgesetzt.

Als Anführer der Revolution betätigte sich der erst 21 Jahre alte Nordire Rory McIlroy, der mit einer Majestätsbeleidigung vor dem 38. Ryder Cup Öl ins Feuer goss.

"Ich würde in seiner augenblicklichen Form gerne gegen Tiger spielen, auch alle meine Teamkollegen würden sich momentan gute Chancen ausrechnen", sagte der Weltranglistenneunte McIlroy provokativ.

Provokante Fragen der Journalisten

Zahlreiche publik gewordene Sexaffären, die folgende Scheidung und eine ausgewachsene Formkrise haben aus dem überirdischen Woods einen angreifbaren Menschen gemacht, der sich im Vorfeld des Ryder Cups im walisischen Newport ungewohnten Situationen ausgesetzt sieht.

"Welchen Stellenwert der Ryder Cup für ihn als normalen Golfer habe, wo er doch keine Majors und auch keine anderen Turniere mehr gewinne?", wurde Woods gefragt.

Darauf reagierte er ebenso wenig direkt wie auf die anzügliche Frage: "Wie haben denn die anderen Spielerfrauen im US-Team auf Sie reagiert?"

Enthüllungen und Therapien

Dies alles wäre vor dem verhängnisvollen Autounfall am 27. November 2009 undenkbar gewesen. Mit der Fahrt vor den Baum in Nachbars Garten wurde er auch auf seinem Erfolgsweg jäh gestoppt.

Es folgten Enthüllungen über Affären, die das Denkmal Tiger Woods vom Sockel stießen.

Er tauchte ab, machte Therapien gegen seine angebliche Sexsucht und kam schließlich wieder zurück, nach fünfmonatiger Pause mediengerecht Anfang April beim US Masters.

Kein Turniersieg nach Enthüllungen

Aber Tiger Woods war nicht mehr der Alte. Auch nicht auf dem Platz.

Erfolge blieben aus. Kein Turnier hat der 34-Jährige seitdem gewonnen (Woods verpasst überraschend PGA-Finale).

Aber dennoch ist er weiterhin die Nummer eins der Weltrangliste, auch wenn sein Thron zwischenzeitlich mehrmals bedenklich wackelte.

Bescheidene Bilanz

Für den Ryder Cup konnte sich Woods sportlich erstmals seit seiner ersten Teilnahme 1997 nicht qualifizieren (2006 fehlte er verletzt). Doch Teamkapitän Corey Pavin gab ihm eine der vier Wildcards und dies will ihm der Tiger mit Leistung zurückzahlen.

"Es ist sehr schön für mich, wieder im Team zu sein. Ein Sieg für uns wäre für mich großartig. Ich werde versuchen, so viele Punkte wie möglich zu machen", sagte Woods, der allerdings eine für ihn nur bescheidene Bilanz aufweisen kann.

In 25 Ryder-Cup-Duellen holte er nur 11 Punkte.

Fans stehen zu Woods

Zumindest im Training wurde Woods im Celtic Manor Resort in Newport von den Fans herzlich empfangen. Immer wieder brandeten "Tiger, Tiger"-Rufe auf, Kappies für das begehrte Autogramm wurden ihm hingehalten.

Woods nahm sich die Zeit und unterschrieb brav. "Alle waren so respektvoll zu mir und der gesamten Mannschaft. Das war großartig", sagte Woods.

Woods nimmt Herausforderung an

Rückendeckung im Fall McIlroy" erhält Woods von seinem Teamkapitän.

"Leute, die in der Vergangenheit solche Sachen zu Woods gesagt haben, haben dies meist anschließend bedauert. Wenn die beiden gegeneinander spielen, wird es sehr kurzweilig sein. Für mich wäre es eine Freude", sagte Corey Pavin.

Woods selbst hätte auch nichts gegen ein Duell mit dem Nordiren: "Ich würde gerne gegen ihn spielen."

Für Unterhaltung wäre also auf jeden Fall gesorgt. Und genau darum soll es schließlich auch gehen.

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