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Martin Kaymer gewann in diesem Jahr die PGA-Championships © getty

Martin Kaymer kämpft bei seiner Ryder-Cup-Premiere mit dem Wasser und der Nervösität. Sein erfahrener Partner hilft ihm.

Newport - "Land unter" beim 38. Ryder Cup, Playstation statt Birdies und jede Menge Frust.

Für den deutschen Golfstar Martin Kaymer verlief das Debüt in Newport/Wales am Freitag nicht nur wegen der starken Regenfälle und einer mehr als siebenstündigen Unterbrechung anders als erhofft.

Der Major-Gewinner lag zwar mit seinem erfahrenen englischen Partner Lee Westwood zum Zeitpunkt des vorzeitigen Endes am Abend im Duell gegen Phil Mickelson und Dustin Johnson nach zwölf Löchern mit einem Lochgewinn vorn. Doch Kaymer war nicht zufrieden.

"Ich habe nicht mein bestes Golf gezeigt. Lee hat uns im Spiel gehalten", gab der 25-Jährige zu, der erst kurz vor dem Abbruch nach zwei Birdies wieder etwas Grund zum Lächeln hatte.

Amerikaner liegen vorn

Nach insgesamt nur rund vierstündiger Spielzeit auf dem wasserdurchtränkten Par-71-Kurs konnten keiner der ersten vier Vierer wegen Dunkelheit beendet werden.

In der Zwischenwertung lagen die Amerikaner mit 2,5:1,5 Punkten vorn.

Nach der Fortsetzung am Samstag stehen sechs Foursomes sowie anschließend noch vier Fourballs und zwei Foursomes auf dem Programm. Damit kommen erstmals alle zwölf Spieler beider Teams am zweiten Tag zweimal zum Einsatz kommen. Die Einzel sollen wie geplant am Sonntag stattfinden.

Verschiebung auf Montag droht

Allerdings sind auch für diesen Tag starke Regenfälle vorhergesagt. Dies könnte zu einer in der 83-jährigen Geschichte des Ryder Cups einmaligen Situation führen.

Erstmals könnten dann Spiele an einem Montag stattfinden. Sollte dies eintreffen und auch dann noch nicht alle Partien beendet werden können, würde die Mannschaft am Ende gewinnen, die bei Spielschluss führt.

Kaymer ungeduldig

Kaymer beschäftigte sich auch zwischendurch mit Golf - auf der bekannten Konsole mit dem Spiel "Tiger Woods 2011".

"Das macht zwar auch Spaß, aber wir wollen raus, das ist europäisches Wetter", sagte Martin Kaymer ungeduldig.

Schließlich wollte er gemeinsam mit Westwood die Erfolgsspur legen, um den Amerikanern den 2008 in Louisville/Kentucky eroberten Pokal wieder abzunehmen. "Wir wollen den Cup zurück. Das ist es, warum wir hier sind", sagte Kaymer.

Remis im Woods-Duell

Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. In zwei Partien führten die US-Profis, der glänzend puttende Stewart Cink mit Matt Kuchar mit 2 auf gegen die Nordiren Rory McIlroy/Graeme McDowell, die Debütanten Bubba Watson/Jeff Overton gegen Luke Donald und Padraig Harrington (England/Irland) mit 1 auf. (Offene Rebellion gegen Woods)

Remis stand es zwischen Tiger Woods/Steve Stricker gegen die Engländer Ian Poulter/Ross Fisher.

"Ich hatte Gänshehaut"

Martin Kaymer wird der erste Auftritt beim Kontinentalvergleich unabhängig vom sportlichen Ausgang immer in Erinnerung bleiben.

"Der erste Abschlag vor diesem Publikum war für mich ein besonderer Moment. Ich hatte Gänsehaut. Diesen Augenblick werde ich nie in meinem Leben vergessen, mein Vater und mein Bruder wohl auch nicht", sagte der Weltranglistensechste.

Westwood ergreift Initiative

Doch trotz der Unterstützung der rund 45.000 Fans kam Kaymer nicht ins Spiel.

Nachdem er an der 1 noch mit einem Par für die Lochteilung gesorgt hatte, übernahm Lee Westwood das Kommando und sorgte an den Löchern 2, 4 und 6 für Lochgewinne. Der indisponierte Weltranglistenzweite Mickelson und Johnson machten jedoch an der 7 und 10 ein Loch gut.

Im Kampf gegen das Wasser

Kaymer musste zu Beginn gegen das Element Wasser kämpfen. Am dritten und sechsten Loch landeten seine Bälle im See, auch seine Chips aufs Grün hatten nicht die richtige Länge

Wie an der 5, wo der Ball erst weit hinter dem Loch zum Liegen kam. Kaymers Kommentar: "Sch...."

Partner Lee Westwood hatte Verständnis für die Probleme des Neulings. "Als Rookie muss man sich erstmal an diese Atmosphäre gewöhnen. Dafür braucht man ein paar Löcher. Martin ist ein toller Spieler", sagte Westwood.

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