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Martin Kaymer war 2008 auf Einladung von Kapitän Nick Faldo Ersatzmann beim Ryder Cup © getty

Debütant Martin Kaymer trägt beim Ryder Cup zur Wende bei. Das Wetter sorgt für eine Premiere. Woods und Mickelson gehen baden.

Newport - Im historischen Regen-Chaos von Newport blieb Debütant Martin Kaymer cool und bescherte seinem europäischen Ryder-Cup-Team wichtige Punkte.

Der 25-Jährige aus Mettmann ließ sich selbst von zahlreichen Wetter-Kapriolen und mehrstündigen Regenpausen nicht aus dem Konzept bringen und holte in seinen drei Matches mit den englischen Partnern Lee Westwood und Ian Poulter 2,5 von drei möglichen Zählern.

Gemeinsam mit Westwood war er der bislang erfolgreichste Punktesammler.

Damit hatte Kaymer auch erheblichen Anteil an der erfolgreichen Aufholjagd der Europäer, die vor den erstmals in der 83-jährigen Geschichte des Ryder Cups am Montag ausgetragenen zwölf Einzeln nach einem 4:6-Rückstand mit 9,5:6,5 Punkten in Führung gingen.

Fiasko für Superstar Woods

"Natürlich ist das mit dem Wetter schade für alle. Aber wir dürfen uns nicht beklagen. Wir haben öfter Regen als die Amerikaner", meinte der zweite deutsche Major-Gewinner nach Bernhard Langer (Anhausen).

Ein Fiasko erlebte am Sonntag Superstar Tiger Woods, der erstmals mit zwei Siegen in einen Ryder Cup gestartet war.

Gemeinsam mit Dauer-Partner Steve Stricker wurde er im dritten Match vom englischen Duo Westwood und Luke Donald mit 6 und 5 regelrecht vorgeführt. Der Weltranglistenzweite Phil Mickelson kassierte in drei Partien sogar drei Niederlagen.

Tief Mariele kippt den Zeitplan

Starke Regenfälle in der Nacht hatten den Zeitplan der Organisatoren erneut kräftig durcheinandergewirbelt. Erst am Sonntagnachmittag konnten die am Vorabend wegen Dunkelheit abgebrochenen sechs Vierer fortgesetzt werden.

Doch damit war gleichzeitig an ein planmäßiges Ende der Veranstaltung auf dem "2010 Kurs" in Wales nicht zu denken.

Als sich das Tief Mariele am Sonntagmittag endlich beruhigt hatte und auch mal wieder die Sonne herauskam, setzten die Europäer ihre Aufholjagd vom Samstagabend fort. Nach dem Zwei-Punkte-Rückstand nach zehn beendeten Vierern lagen alle sechs Paarungen von Europas Teamkapitän Colin Montgomerie vorn.

Sieg gegen Mickelson/Fowler

"Es fehlte die Leidenschaft", hatte Montgomerie an Samstagnachmittag noch gehadert. Doch davon war nun nichts mehr zu spüren.

Auf den Scoreboards leuchtete die europäische Farbe blau und immer wieder brandete auf der Anlage Jubel der Fans nach gelungenen Schlägen ihrer Helden auf.

Kaymer nutzte das neue Stimmungshoch und blieb am Sonntag auch in seinem dritten Match ungeschlagen. An der Seite von Poulter besiegte der 25 Jahre alte Mettmanner die US-Paarung Phil Mickelson und Rickie Fowler mit 2 und 1.

Zuvor hatte Kaymer gemeinsam mit dem überragenden Westwood 1,5 Zähler beigesteuert.

Fangesänge für den Debütanten

Auch bei den britischen Fans ist Kaymer angekommen. "Hallo Martin Kaymer, es gibt nur einen Martin Kaymer", sangen die Zuschauer am ersten Abschlag und feierten den jungen Deutschen.

Und der Weltranglistensechste genoss das Bad in der Menge sichtlich. "Für mich ist das hier ein Traum. Das ist ein unglaubliches Gefühl, da bekomme ich Gänsehaut", sagte Kaymer.

Westwood, der seinen siebten Ryder Cup seit 1997 spielt und im Vorfeld wegen einer Knöchelverletzung wochenlang pausieren musste, meinte: "Martin war am Anfang noch nervös. Das ist normal, Ryder Cup ist etwas Besonders, doch dann hat er wichtige Birdies gemacht. Er ist ein toller Spieler."

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