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Martin Kaymer hat bisher insgesamt 16 Turniersiege auf seinem Konto © getty

Tiger Woods verliert nach 282 Wochen den ersten Platz in der Weltrangliste. Der Deutsche hat im Kampf ums Erbe die Trümpfe.

München - Im Spiel mit dem kleinen Golfball steht Großes bevor: Martin Kaymer oder Lee Westwood - wer stürzt den Tiger vom Thron?

Dass die Regentschaft von Tiger Woods nach 282 Wochen am Stück und 624 Wochen insgesamt am kommenden Montag beendet sein wird, steht bereits fest.

Doch wer als Nachfolger des privat gestrauchelten US-Superstars künftig die Golfwelt regiert, ist noch offen.

Die besten Trümpfe hält Martin Kaymer in der Hand. Der 25-Jährige aus Mettmann geht ab Donnerstag beim Andalucia Masters in Valderrama an den Abschlag und kann dort in die Fußstapfen von Bernhard Langer treten.

Kaymer muss Zweiter werden

Der Anhausener war nach dem ersten seiner beiden US-Masters-Erfolge 1985 die erste Nummer eins überhaupt.

Im undurchsichtigen Rechenspiel um Quotienten, Durchschnittspunkte und Streichergebnisse hat seit 24 Jahren Ian Barker wohl als einer der wenigen den Durchblick.

Der Brite ist bei der Europa-Tour zuständig für die Erstellung des Rankings. Und Barker erklärt zweifelsfrei: "Wenn Martin in Valderrama mindestens Zweiter wird, ist er die neue Nummer eins."

Westwood überholt Tiger

Falls Kaymer diese Chance nicht nutzen kann, schlägt die Stunde des Lee Westwood.

Der 37 Jahre alte Engländer laboriert derzeit an einer hartnäckigen Wadenverletzung und wird deshalb ebenso wenig spielen wie Tiger Woods, der erst in der Woche darauf bei der World Golf Championship in Shanghai wieder ins Geschehen eingreift.

Da Woods jedoch in dieser Woche mehr Punkte verliert als Westwood, würde er auf jeden Fall von diesem überflügelt. "Damit hätte Lee mehr Durchschnittspunkte als Tiger", bestätigte Barker.

Woods nimmt es gelassen

Woods nimmt den Kampf um seine Nachfolge gelassen zur Kenntnis.

"Viel wichtiger ist es mir, endlich mein Spiel wiederzufinden. Und das wird mir schon bald gelingen, ich bin auf einem guten Weg", sagte der Kalifornier, der das Ranking seit dem 12. Juni 2005 ununterbrochen anführt.

Insgesamt erlebt Woods derzeit seine 623. Woche als Nummer eins. Zum Vergleich: Die Rekordhalter im Tennis sind Pete Sampras (insgesamt 286 Wochen) und Steffi Graf (377).

Kaymer denkt nicht an die Nummer eins

Von den Spekulationen um seine mögliche Thronbesteigung will sich Martin Kaymer jedoch nicht vom Erfolgsweg abbringen lassen.

"Der Gedanke daran spielt in meiner Turniervorbereitung derzeit keine Rolle", sagte der Rheinländer und fügte bescheiden an: "Ich wollte mich in diesem Jahr weiter verbessern, das ist mir gelungen. Ich habe hoffentlich noch viele Karriere-Jahre vor mir und möchte mich auf lange Sicht in der Weltspitze etablieren."

Deutlich zuviel Understatement für einen, der die Golfwelt innerhalb von nur vier Jahren kräftig aufgemischt hat. Die Nummer eins würde für ihn ein Jahr krönen, das er in dieser Form nicht erwartet hatte.

Vier Saisonsiege, darunter bei der US-PGA-Championship in Kohler/Wisconsin der Gewinn seines ersten Majors, und der Triumph mit dem europäischen Ryder-Cup-Team gegen die USA waren die Höhepunkte 295469(DIASHOW: Ryder Cup 2010).

Langer hat es prophezeit

Bernhard Langer hatte diese Entwicklung bereits geahnt. "Er wird die zukünftige Nummer eins. Martins Entwicklung schreitet immer weiter voran, er hat den richtigen Kopf auf den Schultern und nimmt seinen Beruf ernst", hatte Langer vor dem Ryder Cup prophezeit.

Dass es so schnell gehen könnte, hätte aber wohl auch Langer nicht gedacht.

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