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Martin Kaymer war bereits 2004 deutscher Amateurmeister © getty

Der 25-Jährige verpasst den erforderlichen zweiten Platz in Valderrama. Lee Westwood ist die neue Nummer eins der Weltrangliste.

Valderrama - Auch für Deutschlands neuen Golfstar Martin Kaymer wachsen die Bäume noch nicht in den Himmel.

Der 25-Jährige aus Mettmann scheiterte am Wochenende im spanischen Valderrama bei seinem ersten Versuch, Tiger Woods vom Golf-Thron zu stürzen und damit Nachfolger von Bernhard Langer zu werden.

Kaymer, dem Platz zwei zur Spitzenposition verholfen hätte, war mit 291 Schlägen im Kampf um eine Spitzenplatzierung chancenlos. Damit machte er seinem britschen Ryder-Cup-Kollegen Lee Westwood, der nicht am Turnier teilnahm, den Weg zur Nummer eins frei.

Das erforderliche Minimalziel Platz zwei hatte für den Rheinländer schon vor der Schlussrunde außer Reichweite gelegen. Zum Abschluss kam eine 75 dazu.

Das Supertalent aus Mettmann hätte ein Vierteljahrhundert nach Langer (6. April 1986) die zweite deutsche Nummer eins der Welt werden können.

Westwood am Ziel der Träume

"Ich hatte ein großes Jahr, lag meilenweit in Führung vor meiner Verletzung", meinte Westwood in einem Telefonkommentar.

Derzeit kuriert der Brite, der in 17 Profijahren zwei Siege auf der US-Tour und 20 auf der europäischen Tour feierte, zu Hause seine lädierte Wade aus.

Der 37-Jährige, der dieses Jahr die British Open gewonnen hatte, meinte stolz: "Ich habe ewig davon geträumt, Nummer zu werden, jetzt bin ich endlich am Ziel."

"Habe nicht anders gespielt"

Dagegen wollte Kaymer einen Zusammenhang zwischen dem vermeintlichen Druck und seinem Spiel in Valderrama nicht zulassen.

"Das hat mich nicht negativ beeinflusst. Ich habe deshalb kein anderes Golf gespielt, nicht aggressiver oder defensiver als sonst", sagte Kaymer.

Gespürt habe er "ein bisschen Druck schon", räumte er ein, aber er habe es "einfach genossen". Denn, so Kaymer: "Die Chance, die Nummer zu werden, das kann man doch nur positiv sehen."

Positive Entwicklung

So, wie generell seine Entwicklung in den vergangenen zehn Monaten. Vier Turniersiege stehen für den Senkrechtstarter, der in nur vier Jahren in die Weltspitze stürmte, zu Buche.

Darunter bei der US-PGA-Championship sein erster Major-Triumph. Hinzu kam Anfang Oktober der Sieg mit der europäischen Mannschaft im Ryder Cup gegen die USA.

Die Nummer eins der Welt wäre für Martin Kaymer momentan eher ein schmückendes Beiwerk, vorgenommen hat er sich etwas anderes. Am Ende der Saison will er zunächst einmal die Nummer eins in Europa werden.

Jetzt zählt Europas Spitze

Das so genannte Race to Dubai führt Kaymer mit rund einer Million Euro Preisgelder Vorsprung vor US-Open-Sieger Graeme McDowell an.

Der in Valderrama vor der Schlussrunde führende Nordire könnte allerdings mit einem Turniersieg Boden auf seinen deutschen Ryder-Cup-Teamkollegen gutmachen.

"Wenn ich die Chance habe, Europas Nummer eins zu werden, dann will ich sie auch nutzen. Im letzten Jahr habe ich es wegen meines Kart-Unfalls nicht geschafft. Dieses Mal soll es endlich klappen", sagte Kaymer.

Gipfeltreffen in China

Zwei Turniere bestreitet der aktuelle Weltranglistendritte vor dem Finalturnier in Dubai (25. bis 28. November) noch und hat dort weitere Möglichkeiten, die Nummer eins der Welt zu werden.

Zunächst kommt es am kommenden Wochenende bei der World Golf Championship in Shanghai zum Gipfeltreffen. In Chinas Wirtschaftsmetropole können Tiger Woods, Martin Kaymer und auch US-Masterssieger Phil Mickelson Lee Westwood wieder ablösen.

Anschließend geht Kaymer bei der Singapur Open (11. bis 14. November) an den Abschlag. `Auf dem Platz in Shanghai habe ich letztes Jahr gut gespielt, den in Singapur kenne ich nicht", so Kaymer.

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