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Martin Kaymer ist mit 26 Jahren der bisher zweitjüngste Weltranglistenerste. © getty

Martin Kaymer, die neue Nummer eins der Welt, zeigte bei den US Masters noch nie seine Klasse - das soll sich jetzt endlich ändern.

München - Am Donnerstag geht Martin Kaymer als Nummer eins der Welt beim 75. US Masters in Augusta an den Start - bislang kein gutes Pflaster für den deutschen Überflieger.

Bei seinen letzten Aufritten auf dem Grün in Georgia lief es alles andere als glatt, drei Mal scheiterte der Düsseldorfer am Cut.

Kaymer will nun auch dem US-Publikum endlich zeigen, dass er nicht umsonst an der Spitze steht - im Optimalfall mit seinem zweiten Major-Titel.

Im Interview erzählt der 26-Jährige, wie er sich auf das Masters vorbereitet hat, wie er in den USA wahrgenommen wird und von seinen Erfahrungen auf der Kartbahn.

Frage: Herr Kaymer, Sie sagten neulich: 'Ich vermisse noch etwas. Ich weiß nicht, was ich tun oder gewinnen muss, um wirklich glücklich und wirklich zufrieden zu sein. Vielleicht finde ich es in den nächsten zwölf Monaten heraus'. Wenn man an den Fall Tiger Woods denkt - müssen wir uns nun Sorgen um Sie machen?

Martin Kaymer: Nein, mir geht es wirklich gut. Was ich damit meinte, war: Die Nummer eins zu sein, ist schön und gut, aber ich möchte mehr Turniere gewinnen, das US Masters, die British Open und die US Open. Und eines Tages wäre die Aufnahme in die Hall of Fame ein Traum.

Frage: Jetzt steht das US Masters vor der Tür. Bislang waren sie dort nicht sonderlich erfolgreich. Dabei ist der Platz doch von der Länge her eigentlich für Sie gemacht.

Kaymer: Das lag daran, dass ich mir sehr viel Druck gemacht habe. Ich wollte zuviel.

Frage: Leider fällt Ihre Proberunde mit Bernhard Langer in diesem Jahr aus. Da hätten Sie sicher noch ein paar Tipps bekommen. Wie bedauerlich ist das für Sie?

Kaymer: Es ist sehr schade, dass Bernhard nicht dabei ist. Ich hätte gerne wieder mit ihm gespielt. Und ein deutscher Flight mit ihm und Alex Cejka wäre doch ein Traum gewesen.

Frage: Wie haben Sie Ihr zweiwöchige Turnierpause genutzt?

(Mo., 23.50 Uhr: die Audi Golf-News im TV auf SPORT1)

Kaymer: Ich habe intensiv trainiert, sechs bis sieben Stunden täglich. Putting Green, 9 Löcher, kurzes Spiel. Dazwischen Frühstück und Mittagessen.

Frage: Was macht ein Martin Kaymer, wenn er abends in Arizona nicht trainiert?

Kaymer: Ich versuche, auch ein Leben neben dem Golf zu leben. Ich gehe gerne mal abends mit Freunden in eine Sportsbar oder zum Basketball.

Frage: Zum Spaß gehörte bei Ihnen auch Kart fahren. Haben Sie sich nach ihrem Unfall wieder mal in ein Kart gesetzt?

Kaymer: Ja, vor rund drei Monaten. Es war auf derselben Bahn. Ich war allerdings sehr viel vorsichtiger als damals.

Frage: Werden Sie in den USA inzwischen häufiger angesprochen?

Kaymer: Ich werde schon öfter erkannt, beispielsweise wenn ich in eine Mall gehe. Es macht Spaß, wenn Kinder ankommen und Autogramme haben wollen.

Frage: Wie sieht es mit Ihrer Bekanntheit in Deutschland aus?

Kaymer: Das Interesse der Medien wächst. Ich hoffe, dass ich den Golfsport in Deutschland mit Erfolgen weiter pushen kann.

357791(DIASHOW: Kaymer in Marana)

Frage: Bernhard Langer ist 53 und spielt auf der Champions Tour (Tour für Spieler über 50, d. Red.). Können Sie sich vorstellen, mit 50 auch noch auf dem Golfplatz zu stehen?

Kaymer: Ich kann mir das gut vorstellen. Golf hat heute viel mehr mit Fitness und guter Ernährung zu tun.

Frage: Und dann noch eine Runde mit Bernhard auf der Champions Tour?

Kaymer: Nein, sicher nicht. Dann ist er ja schon 77.

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