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Martn Kaymer (r.) ist nach Bernhard Langer der zweite deutsche Major Sieger © getty

Der Deutsche erklärt, in Augusta nicht er selbst gewesen zu sein. McIlroy kann mit seinem ersten Major-Sieg Geschichte schreiben.

München/Augusta - Der deutsche Golfstar Martin Kaymer wollte nach seiner großen Pleite nicht flüchten, sondern blieb mit Vater und Bruder vor Ort.

Und während sein überragender Ryder-Cup-Kollege Rory McIlroy beim 75. US Masters in Augusta die dritte Folge seiner beeindruckenden Ein-Mann-Show drehte, betrieb der 26-Jährige aus Mettmann nach seinem neuerlichen Scheitern Ursachenforschung. (Mo., 23.50 Uhr: die Audi Golf-News im TV auf SPORT1)

Offenbar mit Erfolg. "Mein großer Fehler war, dass ich versucht habe, besonders zu spielen anstatt mein eigenes gewohntes Spiel zu spielen. Ich wollte mich dem Platz zu sehr anpassen", sagte Kaymer bei "Sky".

Im Kreise seiner Familie konnte Martin Kaymer nach seiner enttäuschenden vierten Masters-Teilnahme, bei der er mit 150 Schlägen (78+72) um fünf Schläge wieder am Cut gescheitert war, die Seele wieder etwas baumeln lassen und Mut schöpfen.

Schützenhilfe von McIlroy

Das Turnier in Augusta hat für Kaymer trotz des frühen Ausscheidens einen Lerneffekt: "Die zweite Runde gibt mir Hoffnung für das nächste Jahr. Ich habe wieder etwas gelernt, was ich mitnehmen kann."

Marin Kaymer hat immer noch gute Chancen, am Montag in seine siebte Woche als Nummer eins der Welt zu gehen.

Schützenhilfe könnte er von Rory McIlroy bekommen,wenn dieser seinen ersten Major-Triumph mit einem Start-Ziel-Sieg unter Dach und Fach bringen sollte.

Auf den Spuren von Tiger Woods

Alles deutete darauf hin, denn die Art und Weise, wie der 21-Jährige aus Holywood bei Belfast seine Nerven im Griff behielt und den superschweren Par-72-Platz an der berühmten Magnolia Lane meisterte, sorgte allenthalben für Erstaunen. 90544(DIASHOW: Die Legenden von Augusta)

Nur nicht bei McIlroy selbst. "Ich konzentriere mich auf mich selbst, sonst würde mich das nur Schläge kosten. Ich fühle mich mit meinem Spiel und auf dem Platz rundum wohl", sagte der junge Brite.

Er steht kurz davor, der zweitjüngster Master-Sieger aller Zeiten nach Tiger Woods zu werden.

Eiskalt beim Birdie-Putt

Und dabei war McIlroy auf dem Platz mehr als nur eiskalt.

Als ihm am Samstag an Loch 17 ein spektakulärer Birdie-Putt aus rund elf Metern glückte, brachen bei ihm alle Dämme.

Er riss den Putter mit links in die Höhe, die rechte Faust schnellte zweimal nach oben. Dazu entfuhr ihm ein so lauter Schrei, dass selbst Tiger Woods auf dem Schlussgrün kurz aufhorchte.

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Gratulations-SMS vom Landsmann

"Das war großartig, auf so einen Putt habe ich den ganzen Tag gewartet", sagte Rory McIlroy, der auf der Runde von seinem am Cut gescheiterten Landsmann, US-Open-Sieger Graeme McDowell, begleitet wurde.

"Er hat mir eine SMS geschrieben, dass er mich liebt. Da war wohl zu viel Bier im Spiel", so McIlroy.

Und weiter: "Aber es ist großartig, dass er dabei war. Er weiß, wie ich mich fühle. Er ist ein Major-Champion."

Bei Woods' Rekord noch am TV

Mit 204 Schlägen wirkte McIlroys Vorsprung von vier Schlägen auf das Verfolger-Quartett mit dem 2009-Gewinner Angel Cabrera (Argentinien), Flightpartner Jason Day (Australien), K.J. Choi (Südkorea) und Charl Schwartzel (Südafrika) auf den ersten Blick komfortabel.

Der Nordire ist sich aber bewusst: "Vier Schläge sind auf einer Runde nicht viel." Zuletzt hatte Tiger Woods beim ersten seiner vier Masters-Erfolge einen größeren Vorsprung als Rory McIlroy.

Das war 1997. McIlroy war damals sieben Jahre alt und verfolgte die Tiger-Show mit seinem Vater vor dem Fernseher. "Das war ein unglaublicher Moment für den Golfsport", sagte McIlroy.

"Tiger" enttäuscht:

Woods gewann in Augusta mit dem heute noch gültigen Rekordvorsprung von zwölf Schlägen. Von einer derartigen Dominanz ist der Tiger heute weit entfernt.

Mit einer 74 scheiterte der Angriff des 14-maligen Major-Gewinners auf die Spitze kläglich. Er fiel von Rang drei auf den neunten Platz zurück und meinte enttäuscht: "Ich habe den Ball heute gut getroffen, aber mein Putten war schlecht."

Sein Schicksal teilte Woods mit Titelverteidiger Phil Mickelson. Der US-Linkshänder, als Houston-Sieger angereist, büßte mit einer 71 und 213 Schlägen auf Platz 18 alle Chancen auf den vierten Titel ein.

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