vergrößernverkleinern
Colin Montgomerie war 2010 Martin Kaymers Kapitän im Ryder-Cup-Team © getty

Bei SPORT1 erklärt Colin Montgomerie Kaymers Stärke und spricht über die Ryder-Cup-Bewerbung sowie seinen Wunsch für die BMW Open.

Von Thomas Walz

München - Colin Montgomerie ist schon länger bekennender Martin-Kaymer-Fan.

2010 gewann er zusammen mit dem aktuellen Weltranglistenersten den Ryder Cup. Bei der Vergabe der Laureus Awards (348198Bilder) hielt der Schotte gar die Laudatio für den neuen deutschen Golf-Star.

Montgomerie selbst gehört sicher zu den erfahrensten und erfolgreichsten aktiven Golfern. 1988 begann er seine Karriere als Professional. Drei Jahre später wurde der Schotte erstmals ins europäische Ryder-Cup-Team berufen. (Mo., 23.50 Uhr: die Audi Golf-News im TV auf SPORT1).

"Monty", wie der Golfstar auch genannt wird, haftet aber ein Makel an: Der 47-Jährige feierte in seiner Karriere zwar bereits 40 Turniersiege, konnte aber noch nie ein Major-Turnier für sich entscheiden.

Im Juni kommt er nach Deutschland und will bei den BMW International Open in München um den Sieg mitspielen. Zuvor tritt der Freund von Bernhard Langer das Amt des Präsidenten der Golf Foundation an.

Bei SPORT1 spricht "Monty" über Martin Kaymer, die Chancen der deutschen Ryder-Cup-Bewerbung und seinen persönlichen Wunsch für die BMW International Open in München.

SPORT1: Mister Montgomerie, die BMW International Open stehen bevor, und in diesem Jahr wird mit Martin Kaymer die Nummer eins der Welt an den Start gehen. Was bedeutet er als Nummer eins für Deutschland?

Colin Montgomerie: Das ist sehr gut für Deutschland, auch gut für Europa, aber besonders gut für Deutschland. Bernhard Langer war der letzte Deutsche auf dieser Position, und das ist 25 Jahre her. Nach den Erfolgen von beispielsweise Steffi Graf und Boris Becker im Tennis ist es großartig für Deutschland, wieder einen Nummer-eins-Golfer zu haben. Das ist wirklich etwas ganz Besonderes.

SPORT1: Was können Sie uns über Martin Kaymer erzählen?

Montgomerie: Er ist ein ganz besonderer Mensch und das schon mit seinen jungen 25 Jahren. Ich habe sehr viel Respekt vor ihm als Mensch und als Golfer. Er ist offensichtlich ein sehr guter Golfer, aber auch ein großartiger Mensch. Ich habe mit ihm beim Ryder Cup letztes Jahr gespielt - und es war mir eine große Ehre.

SPORT1: Was macht ihn so besonders? Warum ist er die Nummer eins geworden?

Montgomerie: Ja, das wurde ich schon oft gefragt, und es ist immer noch schwer zu beantworten. Also er hat einen starken Schlag, nein, nicht nur, eigentlich ist es einfach alles zusammen. Es gibt keinerlei Schwächen in Martin Kaymers Spiel, er kann einfach alles gut. Und dann wird man Nummer eins. So einfach ist das. Man sieht ihn bei einem schwierigen Schlag beispielsweise aus dem Bunker oder bei einem langen Put, und er strahlt so ein Selbstbewusstsein bei allem, was er tut aus. Man sieht keinerlei Probleme geschweige denn Angst, wenn Martin Kaymer golft 358504(DIASHOW: Kaymers Karriere).

SPORT1: Beim US-Masters in Augusta lief es für Kaymer überhaupt nicht. Können Sie erklären warum?

Montgomerie: Das ist Golf. Für Martin ist es bereits das dritte Mal, dass er dort am Cut scheitert. Dieser Kurs liegt ihm einfach nicht. Man kann das mit der Umstellung von Asche auf Rasen beim Tennis vergleichen. Das ist ein ganz anderes Spiel. Er ist noch jung, und es braucht einfach etwas Zeit, auf solch einem einzigartigen Kurs wie in Augusta gut zu spielen. Er muss das auch noch nicht können. Das kommt schon noch. Aber es wird immer ein schwerer Kurs für ihn bleiben. Ich denke, er hat beste Chancen, die British Open zu gewinnen. Ebenso wie die PGA-Championchip, dass er 2010 erstmals für sich entscheiden konnte.

[kaltura id="0_mqcfys3n" class="full_size" title="Montgomerie über Langers lange Ballsuche"]

SPORT1: Ist es möglich, dass er einfach mit weniger Selbstvertrauen gespielt hat?

Montgomerie: Ja, denn der Kurs kommt ihm auch wegen dem Effet nicht so entgegen. Auf diesem Kurs benötigt man einen Rechts-Drall, Martin spielt meistens einen Links-Drall. Das hat ihn mental negativ beeinflusst. Er war einfach nicht so positiv eingestellt wie auf einem normalen Kurs.

SPORT1: Die BMW Open bieten in diesem Jahr wieder ein starkes Teilnehmerfeld auf. Was ist das Besondere an dem Turnier? Warum kommen so viele Top-Spieler nach München?

Montgomerie: Ich glaube, es ist einfach ein prestigeträchtiges Turnier. Außerdem ist es ein Erste-Klasse-Turnier. Der Kurs wurde über die Jahre immer wieder verbessert, das Wetter im Juni ist immer gut, die Leute lieben die Stadt München, das Preisgeld ist gut, und auch ich persönlich mag dieses Turnier sehr gerne. Die Liste der Gewinner ist voller Top-Spieler. Und darum kommen die Leute hierher und wollen die BMW Open gewinnen. Das alles macht es zu einem tollen, beliebten Turnier.

SPORT1: Sie sagten, sie hätten zwei Wünsche für dieses Turnier? Welche?

Montgomerie: Erstens will ich hier die Nummer eins werden. Das ist klar. Und ich möchte fragen, ob ich mit Bernhard Langer die ersten beiden Tage spielen darf. Das wäre wirklich toll. Ich habe großen Respekt vor ihm, wir sind im gleichen Alter - leider (lacht) - und wir haben ein ähnliches Spiel. Ich würde sehr gerne mit meinem guten Freund spielen.

SPORT1: Kommen wir zum Ryder Cup. Deutschland bewirbt sich als Austragungsort. Wie stehen die Chancen Ihrer Meinung nach?

Montgomerie: Ich denke, jede Bewerbung hat gute Chancen, denn sie sind alle sehr professionell. Ich habe einige Bewerbungen gelesen und bin in diesen ganzen Prozess involviert. Frankreich, Portugal, Spanien, Holland und auch Deutschland, alle haben die gleichen Chancen. Und niemand weiß, wen die Wahl trifft. Es ist toll, dass die Bewerbungen so gut sind, der Standard ist sehr hoch. Und es ist auch gut, dass es solch ein harter Kampf ist, Gastgeber des Ryder Cup zu werden. Denn das ist eine große Sache. Der Ryder Cup ist nach den Fußball-Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen das drittgrößte Sport-Ereignis der Welt.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel