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Tiger Woods stand seit Juni 1997 insgesamt 623 Wochen an der Spitze der Weltrangliste © getty

Nach dem verletzungsbedingten Aus bei der Players Championship ist die Zukunft des US-Stars offen. Woods selbst wirkt hilflos.

Ponte Vedra Beach - Tiger Woods wollte bei seinem Comeback auf dem Golfplatz Antworten finden, doch der Superstar warf nur neue Fragen auf.

Mit schmerzverzerrtem Gesicht beendete der 35-Jährige nach neun Löchern seine Auftaktrunde bei der Players Championship in Ponte Vedra (Bericht), wünschte seinen Mitspielern Martin Kaymer und Matt Kuchar "gute zweite neun Löcher" und zog frustriert von dannen.

Und so lautete nach dem unplanmäßigen Abgang der einstigen Nummer eins der Welt die meistgestellte Frage: Wird der Tiger noch einmal zu alter Stärke finden?

Dies fragt man sich schon lange in der Szene, genau gesagt, seit Tiger Woods Ende 2009 durch Ehekrise und Sexskandale aus der Bahn geworfen worden war.

Nicht nur privat, auch sportlich war danach nichts mehr so, wie es vorher war. Woods hat seit November 2009 (Australian Masters in Melbourne) kein Turnier mehr gewonnen.

Der letzte seiner 14 Major-Triumphe liegt bereits drei Jahre zurück (US Open 2008). Und nur wenig deutet derzeit auf eine Rückkehr zu altem Glanz hin.

Einen Monat ohne Golf

In Florida plagte sich Woods erneut mit einer Bänderdehnung im linken Knie und Problemen an der linken Achillessehne herum.

Der Tiger hatte sich die Verletzungen im April beim US Masters in Augusta (Platz 4) zugezogen und seitdem kein Turnier mehr gespielt.

28 Tage lang hatte Woods in der Folgezeit keinen Schläger mehr angerührt, erstmals griff er erst am Montag wieder in seine Tasche und arbeitete auf der heimischen Driving Range in Isleworth bei Orlando.

"Das Gehen war sehr schwer für mich"

Aber bereits am ersten Abschlag brachen auf dem TPC Sawgrass in Ponte Vedra die Probleme wieder auf. "Das ist ein großes Turnier. Ich wollte unbedingt hier spielen. Leider konnte ich es nicht beenden", sagte Tiger Woods, der bei der "Players" bereits im Vorjahr wegen Nackenproblemen aufgeben musste.

Als Woods seine Runde beendete, lag er sechs Schläge über Par. Dabei spielte er an der 4 nach zwei Schlägen ins Wasser einen Triple-Bogey.

"Das Gehen war heute sehr schwer für mich", sagte Woods.

"Sein Gesicht war schmerzverzerrt"

Während Martin Kaymer, der mit einer 67 als hervorragender Fünfter ins Klubhaus kam, die Probleme seines Mitspielers offenbar gar nicht richtig bemerkte ("Er ging immer hinter uns. Ich dachte mir nur, er geht langsamer als wir."), fiel Matt Kuchar schon ein wenig mehr auf. 358504(DIASHOW: Kaymers Karriere)

"Er sah aus, als hätte er Schmerzen. Er ging sehr langsam und behutsam. Er hat lange gebraucht, um zu seinem Ball zu kommen. Am zweiten oder dritten Loch war sein Gesicht schmerzverzerrt", berichtete der US-Ryder-Cup-Spieler, nachdem er seine Runde mit 69 Schlägen beendet hatte.

Woods hat "keine Ahnung"

Auf die Frage, wie es nun weitergeht, fehlte Tiger Woods die passende Antwort. "Ich habe keine Ahnung", entgegnete er hilflos und verschwand im Fitness-Bus der US-Tour.

Mitte Juni stehen die US Open in Bethesda/Maryland an, sie kommen wohl zu früh für Tiger Woods. Die Jagd auf den Major-Rekord seines legendären Landsmannes

Jack Nicklaus (18 Siege) muss also noch etwas warten. Aber für wie lange? Wird es überhaupt schaffen? Fragen über Fragen. (Mo., 23.50 Uhr: die Audi Golf-News im TV auf SPORT1).

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