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Rory McIlroy gewann 2010 die Quail Hollow Championship © getty

Der Nordire stellt bei der US-Open einen Rekord auf und steht vor seinem ersten Major-Sieg. Das deutsche Trio rennt hinterher.

Bethesda - In bester Tiger-Woods-Manier ist Rory McIlroy bei der 111. US Open der Konkurrenz am "Moving Day" weiter davongeeilt und hat mit Rekord-Golf von einem anderen Stern seinen ersten Major-Triumph im Visier.

Der Rest des Feldes, darunter auch die chancenlosen Rheinländer Martin Kaymer (36.) und Marcel Siem (53.), konnten nur bewundernd zuschauen, wie der 22 Jahre alte Nordire das "Monster" von Bethesda zähmte.

Er konnte sich vor der Schlussrunde bei 199 Schlägen (65+66+68) einen Vorsprung von acht Schlägen auf den zweitplatzierten Südkoreaner Yang Young-Eun erarbeiten. (DATENCENTER: Die Top-Turniere)

"Wie Tiger zu seinen besten Zeiten"

14 Schläge unter Par nach drei Runden - das hat noch kein Golfer zuvor beim zweitältesten Major-Turnier nach der British Open geschafft.

"Er spielt wie Tiger in seinen besten Zeiten, und das in seinem jungen Alter", sagte der vor der Schlussrunde drittplatzierte Australier Jason Day (208), "eine neue Generation ist auf dem Weg nach oben und Rory führt sie an." Der so Gelobte lehnte alle verfrühten Glückwünsche eifrig ab, wohl wissend, wie es ihm im April am Schlusstag des US Masters in Augusta ergangen war.

Im "Mekka des Golfsports" ging McIlroy mit einem Vorsprung von vier Schlägen auf die Schlussrunde, brach dann ein und landete mit einer 80 auf Platz 15.

Harrington prognostiziert große Zukunft

Bei der US Open war sein Polster vor dem Finale sogar doppelt so dick. Da fühlte sich der Ire Padraig Harrington bemüßigt zu prognostizieren, McIlroy werde alle Rekorde des 18-maligen Major-Gewinners Jack Nicklaus brechen.

Angesichts dieser Prognose verdrehte Rory McIlroy seine Augen und meinte: "Oh, Paddy, Paddy, Paddy. Ich will doch erstmal sehen, dass ich mein erstes Major gewinne. Ich habe sicher eine großartige Ausgangsposition. Wir werden sehen, was morgen passiert."

Was sich allerdings bis zum Samstag im Congressional Country Club vor den Toren der Hauptstadt Washington ereignete, erinnerte an den großartigen US-Open-Triumph von Tiger Woods in Pebble Beach.

Lange Abschläge sitzen

Vor elf Jahren spielte auch der derzeit verletzte Kalifornier in einer eigenen Liga und machte die Konkurrenz angesichts von 15 Schlägen Vorsprung zu einer leichten Beute.

Auf einem ähnlichen Weg befand sich in Bethesda Rory McIlroy, der mit seinen langen Abschlägen meist die Fairways traf und mit seinen kurzen Eisen die Fahnen angreifen konnte.

15 Birdies und ein Eagle auf dem mit 6925 Metern zweitlängsten Platz der Golfschichte waren ebenso eine beeindruckende Bilanz wie nur ein Bogey und ein Doppel-Bogey an den ersten 54 Löchern. "Ich habe nur wenig falsch gemacht, besser kann ich kaum spielen", sagte Rory McIlroy nach seiner Demonstration golferischer Sonderklasse.

Kaymer hadert mit Schwung

Davon war das deutsche Trio weit entfernt. Vor allem der mit einigen Hoffnungen gestartete Weltranglistendritte Martin Kaymer haderte mit sich und seinem Schwung. (358504DIASHOW: Kaymers Karriere)

Daran hatte der 26-Jährige in den zwei Wochen zuvor intensiv gearbeitet - allerdings noch ohne Erfolg. Die Weite fehlte, die Präzision fehlte. So sagte Kaymer nach seinem dritten Tag: "Ich habe schlecht gespielt, dafür war das Ergebnis sensationell."

Mit einer 72 war er ins Klubhaus gekommen, nachdem ihm auf den zweiten neun Löchern ein Eagle (Loch 16) und zwei Birdies geglückt waren. Mit 216 Schlägen schob er sich zumindest noch auf Rang 36 vor und war damit zumindest die nationale Nummer eins.

Siem zurück auf dem Boden der Realität

Drei Schläge mehr hatte auf Rang 53 Marcel Siem auf dem Konto. Der Ratinger, der am zweiten Tag wie Spitzenreiter McIlroy mit der besten Tagesrunde von 66 Schlägen geglänzt hatte, wurde bei seinem US-Open-Debüt am Samstag unsanft aus allen Träumen gerissen.

74 Schläge - darunter fünf Bogeys in Folge - lautete die Bilanz, die der 30-Jährige so kommentierte: "Das ist ein gutes Ergebnis für den Schrott, den ich gespielt habe." Der Münchner Alex Cejka war am Cut nach zwei Runden gescheitert.

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