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Martin Kaymer wurde 2010 beim Laureus Award zum Newcomer des Jahres gewählt © getty

Vor den BMW Open hadert Kaymer mit seinen Schlägen, fühlt sich aber "auf einem guten Weg". Langer wird wohl passen müssen.

München - Der Chef der Driving Range bei der BMW Open in München staunte am Dienstagmorgen nicht schlecht, als um 7.30 Uhr hoher Besuch vor ihm stand.

"Martin Kaymer war plötzlich da und wollte Bälle schlagen", berichtete Nico Myristis von seiner frühen Begegnung mit Deutschlands Golfstar.

Eine Extrawurst gab es jedoch nicht.

"Ich habe ihm gesagt, dass ich erst um 8.00 Uhr aufmache. Das hat er akzeptiert und mir geholfen, Seile auf dem Rasen zu verlegen", erklärte Myristis.

Was der Herr der Bälle nicht wusste: Martin Kaymer war bereits um 6.00 Uhr da, mit einem kurzen Dauerlauf in den Beinen.

Mit Ruhe, aber schnell

Der Jetlag nach seiner Rückkehr von der US Open machte ihm wie üblich zu schaffen.

"Ich war schon um drei, halbvier wach und habe ständig auf die Uhr geschaut. Da bin ich aufgestanden", berichtete Kaymer.

Als er in Eichenried ankam, war die Range noch geschlossen, "aber ich habe noch ein kleines Stück Wiese gefunden und Bälle geschlagen." Martin Kaymer möchte derzeit so wenig Zeit wie möglich verlieren.

Der Weltranglistendritte will zwar mit ganz viel Ruhe den Weg aus der ersten Mini-Krise seiner Bilderbuchlaufbahn schaffen - das aber am liebsten ganz schnell.

"Er hat immer wieder gegähnt"

Und so stand Kaymer lange vor der Konkurrenz einsam und noch müde auf der Driving Range und machte sich auf die Suche nach dem Hakler im Getriebe.

"Er hat immer wieder gegähnt", berichtete ein aufmerksamer "Kiebitz". Anfänglich trainierte Kaymer noch alleine, am Mittag traf endlich Trainer Günter Kessler auf der Anlage ein.

[kaltura id="0_j5wsx7hw" class="full_size" title="Kaymer trickst auf ungewohntem Terrain"]

Gemeinsam machten sie sich ans Werk. Ball um Ball, Schwung um Schwung wurden analysiert. Ergebnis: "Wir sind auf einem guten Weg."

Die Abschläge waren das Problem

Schwungumstellungen haben die Karriere des 26-Jährigen etwas ins Stottern geraten lassen, der Ryder-Cup-Gewinner muss sein dadurch etwas auseinander gefallenes Spiel wie ein Puzzle wieder zusammenfügen.

Dies war Kaymer in der Vorwoche beim grandiosen US-Open-Triumph des Nordiren Rory McIlroy noch nicht geglückt (DATENCENTER: Die Top-Turniere).

"Ich hatte vorher gedacht, ich sei weiter, aber das war ein Rückschritt", sagte Kaymer frustriert.

Vor allem die Abschläge mit dem Driver brachten ihn auf dem oft sehr engen Platz in Bethesda immer wieder in Bedrängnis, was meist mit Schlagverlusten bestraft wurde.

Der Sieg "wäre ein Traum"

Oft genug aber konnte sich Kaymer auch aus brenzligen Situationen retten, ein Indiz dafür, dass der Rest seines Spiels intakt ist. "Mein kurzes Spiel war sensationell, sonst hätte ich wohl eine 80 gespielt", so Kaymer.

Trotz der mäßigen Resultate gerät Kaymer nicht in Panik, er will sich alle Zeit der Welt nehmen: "Ich bin doch erst 26, ich werde nicht nervös, denn ich habe den besten Trainer der Welt."

Bei den BMW Open wird Kaymer womöglich sehen, in welche Richtung die Reise geht. Am liebsten wäre ihm der Erfolgsweg.

"Nochmal hier zu gewinnen, wäre ein Traum", sagte Kaymer, der 2008 in München triumphiert hatte (358504DIASHOW: Kaymers Karriere).

Langer muss wohl passen

Vor drei Jahren hatte Martin Kaymer eine Majestätsbeleidung begangen, als er dem deutschen Idol Bernhard Langer den ersten deutschen Erfolg in Bayerns Metropole wegschnappte.

Langer hat es in seiner glanzvollen Karriere immerhin 20-mal in München versucht, mehr als fünf zweite Plätze sprangen dabei nicht heraus.

Der nächste Anlauf ist für den Pionier des deutschen Golfsports am Donnerstag noch fraglich.

"Ich habe erneut Schmerzen im linken Daumen", meinte Langer am Dienstag zu dem Problem, das ihn schon drei Monate außer Gefecht gesetzt hat.

Auch wenn Langer spielen kann: Deutlich größere Chancen auf den Triumph bei dem mit 2,0 Millionen Euro dotierten Europa-Tour-Turnier werden Martin Kaymer eingeräumt.

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