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Martin Kaymer belegt derzeit den dritten Platz in der Weltrangliste © imago

Der Weltranglisten-Dritte tut sich beim Auftakt der BMW Open sehr schwer und eilt von Bunker zu Bunker. Cejka ist enttäuscht.

München - Am Tag zuvor hatte Martin Kaymer im neunjährigen Steve seinen Meister gefunden, zum Auftakt der BMW International Open zeigte der grübelnde deutsche Golfstar dann sein ganzes Kämpferherz.

Der Weltranglistendritte aus Mettmann spielte bei idealen äußeren Bedingungen auf dem Par-72-Platz in Eichenried bei München vier Birdies auf den letzten fünf Löchern und kam noch mit einer 70 ins Klubhaus (DATENCENTER: Die Top-Turniere).

Als 32. lag der Sieger von 2008 sechs Schläge hinter dem führenden "Rainman" Henrik Stenson.

Schwierige Bedingungen

Der die gesamte Saison schwächelnde Turniergewinner von 2006 ließ sich am Donnerstagnachmittag auch vom strömenden Dauerregen aufhalten und legte unter schwierigen Bedingungen eine 64 vor.

Damit verwies der 35-Jährige Stenson den Engländer Gary Boyd um einen Schlag auf Platz zwei. Dahinter folgte ein Quartett mit 66 Schlägen, darunter der frühere British-Open-Gewinner Paul Lawrie (Schottland).

"Ich hatte heute auf der Runde sehr viele Gedanken in meinem Kopf, habe ständig über meinen Schwung nachgedacht. Auf den zweiten neun Löchern habe ich dann ein bisschen freier gespielt. Deshalb bin ich froh, die Runde mit zwei unter Par beendet zu haben", sagte Martin Kaymer, "morgen greife ich an. Hier kann alles passieren."

Kaymer verliert gegen Nachwuchsgolfer

Am Mittwoch auf der Driving Range war Kaymer noch guter Dinge gewesen, als er einen von ihm selbst angebotenen "Nearest to the Pin"-Wettbewerb gegen den kleinen Nachwuchsfolfer Steve verlor (VORSCHAU: Kaymer will Weg aus der Krise finden).

Kaymer hatte vorgelegt und sprach seinem kleinen Rivalen gönnerhaft drei Versuche zu. Doch Steve legte den Ball gleich im ersten Versuch näher an die 75 Meter entfernte Fahne. Kaymer blieb nichts anderes übrig, als seinem Bezwinger artig zum Sieg zu gratulieren: "Du hast echt einen guten Schwung."

Das konnte Kaymer bei seinem Turnierauftakt trotz intensiver Vorbereitung zunächst nicht von sich behaupten (358504DIASHOW: Kaymers Karriere).

"Tour de Bunker"

Im Flight mit Vorjahresieger David Horsey (England) und US-Star Dustin Johnson (beide 70) hatte der 26-Jährige am Loch 10 die Ehre des ersten Abschlags und startete sogleich eine "Tour de Bunker". Sand rechts zum Ersten, Sand rechts zum Zweiten.

[kaltura id="0_j5wsx7hw" class="full_size" title="Kaymer trickst auf ungewohntem Terrain"]

Am Ende stand das erste Bogey, dem an der 11 das zweite und an der 14 das dritte folgte.

Zwei Tage Arbeit am Schwung mit seinem am Dienstag angereisten Trainer Günther Kessler hatten in dieser Phase noch nicht gefruchtet. Die Abschläge waren breit gestreut, wie in der Woche zuvor bei seinem 39. Platz bei der US Open.

Die aussichtsreichen Putts fallen nicht

In München aber rettete Kaymer in dieser schwierigen Phase auch das kurze Spiel nicht mehr. Zahlreiche aussichtsreiche Putts fielen nicht. "Das ist dann sehr frustrierend, wenn man Birdie-Chancen hat und sie nicht nutzt", sagte Kaymer.

Immer wieder ging ein Raunen durch die stattliche Zuschauermenge, die lange mit ihrem Held litt. Auf den zweiten neun Löchern stabilisierte sich Kaymers Spiel und als dann die Birdies in Serie kamen, brandete lauter Jubel der rund 3000 Begleiter über die Anlage.

"Ich habe mir gesagt, du spielst jetzt 15 Jahre Golf, irgendwo muss dein Schwung sein", berichtete der Rheinländer, der zuversichtlich ist, bald die Lösung gefunden zu haben: "Ich bin nah dran, aber noch nicht da, wo ich hin möchte. Ich bin eben ein Perfektionist. Es dauert noch ein bisschen."

Siem und Gross Jr. starten gut

Besser als Deutschlands Vorzeigegolfer waren unter den 15 deutschen Startern nach 18 Löchern auf Platz 15 Marcel Siem und Stephan Gross Jr..

Der Ratinger Siem, der bei der US Open am zweiten Tag mit einer 66 geglänzt hatte, spielte ebenso eine 69 wie der ehemalige Amateur-Europameister Stephan Gross Jr. (Heidelberg), der nur noch auf der drittklassigen EPD-Tour spielt.

Auch Alex Cejka lag lange vor Kaymer. Der 40-Jährige zeigte sich von seinen zahlreichen gesundheitlichen Problemen gut erholt und spielte an der 18 allerdings nur ein Bogey und musste eine 71 quittieren. "So ein Ende tut weh. Ich konnte gut schwingen, daher habe ich keine Ausreden", sagte der Vorjahresdritte.

Langer im Pech

Pech hatte der fünfmalige Turnierzweite Bernhard Langer, der mit dem Handicap einer Daumenverletzung am Nachmittag bei strömenden Dauerregen auf dem Platz stand und dabei förmlich unterging. Mit einer 76 muss Deutschlands Golfidol am Freitag ernsthaft um den Cut bangen.

Dotiert ist das Turnier in München-Eichenried mit 2,0 Millionen Euro, der Sieger kassiert 333.330.

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