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Martin Kaymer war nach Bernhard Langer die zweite deutsche Nummer 1 der Weltrangliste © getty

Der Weltranglisten-Dritte sieht sich trotz Enttäuschung in München auf einem "guten Weg". Der Sieger wird im Stechen ermittelt.

München - Als Pablo Larrazabal nach einem Nervenspiel über fünf Extralöcher den Siegerpokal in die Höhe reckte, hatte Martin Kaymer seinen 18. Platz in München längst abgehakt.

Deutschlands neues Golf-Idol blickte erwartungsfroh auf die kommenden Aufgaben und sieht sich nach einer Mini-Krise klar im Aufwind.

"Ich werde nächste Woche bei den French Open spielen. Danach werde ich mich intensiv mit meinem Trainer Günter Kessler auf die British Open vorbereiten. Ich freue mich auf die nächsten Wochen", sagte Kaymer und zeigte sich "sehr zufrieden" mit den vier Tagen in Eichenried:

"Ich nehme viel Positives mit. Ich bin auf einem sehr guten Weg." (DATENCENTER: Die Top-Turniere)

Bessere Nerven bei Larrazabal

Dennoch reichte es für den Weltranglistendritten aus Mettmann nicht zum erhofften zweiten Turniersieg in München nach 2008.

Mit insgesamt 279 Schlägen lag der 26-Jährige nach einer 69er-Runde am Sonntag sieben Schläge hinter Larrazabal zurück, der für seinen Erfolg 333.330 Euro erhielt.

Der 28-Jährige hatte im Stechen die besseren Nerven und bezwang bei seinem zweiten Turniersieg auf der European Tour seinen nach vier Runden schlaggleichen Landsmann Sergio Garcia (beide 272).

Siem vor Kaymer

Marcel Siem (Ratingen/278) war nach einer 70 einen Schlag besser als Kaymer und belegte Platz 14. "Mein Spiel hat sich super stabilisiert, aber ich bin echt enttäuscht, dass ich auf den Par-5-Löchern so schlecht gespielt habe. Da wäre mehr drin gewesen", sagte Siem nach seiner Runde.

Dass Kaymer nicht weiter vorne landete, lag vor allem an seinem Ergebnis am Samstag, an dem er eine 72 gespielt und sich dabei an Loch vier sogar einen "Triple-Bogey" geleistet hatte (BERICHT: Rückschlag für Kaymer).

Zudem habe es auf den Grüns "nicht wirklich funktioniert", resümierte Kaymer. Ansonsten habe sich sein Spiel aber "sehr gut angefühlt. Das Tema Schwung kann man abhaken. Ich werde weiter trainieren, dann kann ich wieder Turniere gewinnen."

[kaltura id="0_j5wsx7hw" class="full_size" title="Kaymer trickst auf ungewohntem Terrain"]

Kaymer-Mania in München

Beim derzeit einzigen deutschen Profi-Turnier gab es um den jungen Mann aus Mettmann einen regelrechten Hype. Seine Runden wurden an allen vier Tagen von einigen Tausend Zuschauern begleitet.

Jeder gelungene Schlag wurde frenetisch bejubelt. Wo immer Kaymer auf der Anlage im Münchner Norden auftauchte, wurde er von Fans belagert, die um Autogramme baten und Fotos machen wollten.

Auch medial rückt der 26-Jährige, in diesem Jahr sogar für einige Wochen die Nummer eins der Golf-Welt, nach seinen Erfolgen immer mehr in den Mittelpunkt.

"Das macht riesig Spaß"

Selbst "Altmeister" Bernhard Langer, der am Freitag am Cut gescheitert war, steht mittlerweile klar im Schatten seines Nachfolgers.

Das große Interesse störe ihn aber nicht, sagte Kaymer, der seine Rolle als Golf-Botschafter "super" findet: "Das macht riesig Spaß und motiviert mich, noch besser zu werden."

In Eichenried kamen an den vier Tagen immerhin 62.700 Zuschauer, so viel wie im Rekordjahr 2006 (63.000) nicht mehr und 11.200 mehr als im Vorjahr.

Eigenes Kaymer Turnier?

Kaymer wünscht sich deshalb "ein zweites oder drittes Profiturnier in Deutschland", um die Entwicklung zu forcieren: "Das wäre für die Fans und die Profis super."

Er selbst hat Pläne für ein eigenes Turnier auf der Challenge-Tour in der Schublade, verriet er am Sonntag: "Auf welchem Platz und wann, steht aber noch nicht fest."

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