vergrößernverkleinern
Martin Kaymer stand zwischen Februar und April an der Spitze der Weltrangliste © getty

Rechtzeitig zu den British Open fühlt sich Martin Kaymer wieder in Form. Sein Trainer zählt ihn zu den Sieganwärtern.

Sandwich/München - Nach Wochen sportlicher Magerkost soll die 140. British Open im englischen Sandwich für Deutschlands Golfstar Martin Kaymer zum Leckerbissen werden. (Highlights Do, ab 23.30 Uhr im TV auf SPORT1).

Der Weltranglistendritte, zuletzt durch Schwungveränderungen gebremst, hat rechtzeitig wieder Fahrt aufgenommen und mit Platz vier bei der French Open in Paris neuen Mut geschöpft.

"Ich hätte dort schon gewinnen müssen, habe mir aber dann zu viele Fehler erlaubt", sagte der 26-Jährige aus Mettmann, der sich wie ein kleines Kind auf das älteste Turnier der Welt (seit 1860) freut. (Bericht: Kaymer-Aufholjagd stößt an Grenzen)

"Das Wetter sorgt immer für Überraschungen. Man darf nie aufgeben und muss kämpfen. Das sind die Dinge, die ich liebe. Ich genieße diese Herausforderung", sagt Kaymer über das Turnier.

Kaymers Lieblingsturnier

"The Open", wie die Briten ihr Turnier stolz nennen, ist für die europäischen Stars das Nonplusultra.

Und Martin Kaymer ist ein bekennender Europäer. "Dieses Turnier will ich unbedingt eines Tages gewinnen, es ist mein Lieblingsturnier", sagte der Rheinländer vor seinem vierten Open-Start nach den Plätzen 80, 34 und 7. (DATENCENTER: Die Top-Turniere).

"Es geht vorwärts"

Um diesen Trend fortzusetzen, hat Martin Kaymer in der vergangenen Woche auf die Scottish Open verzichtet, die er 2009 gewonnen hatte.

Stattdessen stand er in Neuss mit Trainer Günter Kessler auf der Driving Range. Der hatte mit seinem Schützling aber nicht mehr viel Arbeit.

"Das war nur eine Kontrolle. Sein Schwung wird immer runder", sagte Kessler, "es geht weiter vorwärts."

Schwung sitzt wieder

100 Pfund würde er auf einen British-Open-Sieg von Martin Kaymer wetten, sagte Günter Kessler, fügte aber hinzu: "Ich würde aber auch noch auf 30 andere Spieler 100 Pfund setzen."

Dennoch: Dass Kessler Martin Kaymer wieder als Siegspieler einschätzt, zeigt, dass der US-PGA-Champion mit seinem Schwung am Ziel ist.

[kaltura id="0_j5wsx7hw" class="full_size" title="Kaymer trickst auf ungewohntem Terrain"]

Und das lautet: Wiederholbarkeit zu jeder Zeit, an jedem Ort. "Man muss ihn nachts wecken können, und der Schwung muss wie im Schlaf da sein. Dann ist er auch in kritischen Situationen jederzeit abrufbar", sagte Kessler.

Wechselhaftes Küsten-Wetter

Das war Kaymers Schwung zuletzt nicht, zu unbeständig und zu kurz waren seine Drives. Schlechte Voraussetzungen für eine British Open, wo die Profis an der rauen englischen Küste ohnehin genug mit Unbeständigkeiten zu kämpfen haben.

Die Wetterprognosen für die vier Runden ab Donnerstag (an allen Tagen live auf Sky) auf dem Par-70-Platz im Royal St. George's Golf Club machen da wenig Hoffnung auf ein ungestörtes Spiel.

Sonne, Regen, Wind lauten die Vorhersagen, bevor Kaymer am Donnerstagnachmittag um 15.21 Uhr MESZ mit Titelverteidiger Louis Oosthuizen (Südafrika) und dem Weltranglistensechsten Phil Mickelson (USA) auf die ersten 18 Löcher gehen wird.

Nummer eins unerreichbar

Sollte Martin Kaymer am Sonntag wirklich den Claret Jug, die berühmte Trophäe für den Open-Sieger, in den Händen halten, würde er ein anderes Ziel dennoch nicht erreichen: den Sprung zurück auf den Golf-Thron.

Dieser bleibt zur Freude der britischen Fans auf jeden Fall in englischem Besitz.

Die Nummer eins ist Luke Donald, der mit der Empfehlung des Scottish-Open-Triumphes nach Sandwich kommt. Gefahr droht ihm einzig von seinem Vorgänger und Verfolger Lee Westwood.

Langer-Start fraglich

Mit Spannung wird in England der erste Auftritt von Rory McIlroy als US-Open-Sieger erwartet.

Nach seiner Gala von Bethesda, wo er mit acht Schlägen Vorsprung in Tiger-Woods-Manier triumphiert hatte, will der 22-Jährige aus Holywood bei Belfast mit dem "Major-Double" das nächste Kapitel seines Golf-Märchens schreiben.

Zweiter Deutscher neben Martin Kaymer auf der Startliste der mit 5,5 Millionen Euro dotierten British Open ist Bernhard Langer.

Ob der zweimalige US-Masterssieger allerdings antreten kann, ist fraglich. Der 53-Jährige plagt sich immer noch mit seiner hartnäckigen Daumenverletzung, die er sich Ende März in Florida zugezogen hatte.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel