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Martin Kaymer gewann 2011 den Laureus World Sports Award © getty

Martin Kaymer will bei der PGA Championship einen Befreiungsschlag landen, für die Amerikaner soll eine Durststrecke enden.

Johns Creek - Das Jahr nach seinem ersten Major-Triumph war kein leichtes.

Doch "seine" PGA Championship nimmt Martin Kaymer mit frischem Selbstbewusstsein in Angriff: "Ich bin auf einem guten Weg, wieder ein Turnier gewinnen zu können", sagt der Titelverteidiger vor dem ersten Abschlag am Donnerstag in Johns Creek/Georgia.

Vor zwölf Monaten hatte Kaymer mit der PGA Championship als erster Deutscher nach Bernhard Langer 1993 eines der vier Major-Turniere gewonnen und war wie ein Komet in die absolute Weltspitze aufgestiegen.

"Ein solcher Erfolg gibt einem so viel Selbstvertrauen, so viel Genugtuung. Das habe ich vorher nie gespürt, selbst wenn ich gut gespielt habe", sagt der 26-Jährige 275271(DIASHOW: Kaymers historischer Sieg).

"Es wird eine große Woche für mich"

Dieses Selbstvertrauen spülte ihn im Februar als zweiten Deutschen nach Langer bis an die Spitze der Weltrangliste.

Doch seitdem hat Kaymer kein Turnier mehr gewonnen, der letzte Sieg datiert von Ende Januar in Abu Dhabi. Bei den bisherigen drei Majors des Jahres schaffte er nicht den Sprung in die Top Ten, verpasste beim Masters in Augusta gar den Cut.

Seine 67er-Schlussrunde am Sonntag bei der World Golf Championship in Akron/Ohio könnte nun die Initialzündung gewesen sein (BERICHT: Versöhnlicher Abschluss: Kaymer überholt Woods).

"Diese Runde gibt mir auf jeden Fall viel Motivation für die nächste Woche", sagt Kaymer, "und es wird eine große Woche für mich. Schließlich verteidige ich meinen ersten Major-Titel."

Neuer, schwerer Kurs

Dass der 24-Jährige als Titelverteidiger abschlägt, lässt ihn nicht automatisch zu den Topfavoriten zählen:

Der Weltranglistendritte kehrt zwar zum Turnier, nicht aber an die Stätte seines größten Sieges zurück. 2010 wurde die PGA Championship in Kohler/Wisconsin ausgetragen, nun wird 1400 km weiter südlich im Atlanta Athletic Club von Johns Creek gespielt.

"Das ist ein komplett anderes Turnier. Der Kurs ist sehr schwierig, lang und eng. Hier wird niemand mit 15, 16 oder 18 Schlägen unter Par siegen", sagt Kaymer.

Woods kein Favorit

Um seine zweite PGA Championship zu gewinnen, müsste Kaymer indes auf den Spuren von Tiger Woods wandeln. Seit Denny Shute (1936 und 1937) gelang es nur dem US-Superstar, seinen Titel beim zweitjüngsten der vier Major-Turnier erfolgreich zu verteidigen.

Und dies gleich zwei Mal: 1999 und 2000 sowie 2006 und 2007 siegte Woods im Doppelpack (Golf im TV auf SPORT1: GOLFTOTAL).

Doch diesmal gehört Woods nicht zu den heißesten Sieganwärtern.

Erst vor Wochenfrist in Akron kehrte der Superstar nach 14 Wochen Verletzungspause auf die Tour zurück, landete hinter Kaymer auf Platz 30. Sollte der 35-Jährige bei der PGA Championship nicht ein kleines Wunder vollbringen, würde er das dritte Jahr in Folge ohne Major-Sieg bleiben.

Durststrecke für US-Amerikaner

Dies wäre ein Novum in Woods' Karriere, aber auch symptomatisch für den US-Golfsport: Seit Phil Mickelson Masters-Sieg 2010 blieben die Amerikaner in sechs Major-Turnieren sieglos, es ist die längste Durststrecke ihrer Golf-Historie.

US-Profi Bubba Watson erklärt die jüngste Vorherrschaft der Spieler aus "Übersee" so: "Die meisten haben ein Haus in den USA. Sie sind eben derzeit besser als wir."

2007 trug sich mit Woods der letzte Amerikaner in die Siegerliste ein: Danach waren der Ire Padraig Harrington (2008), der Südkoreaner Yang Yong-eun (2009) und eben 2010 Martin Kaymer erfolgreich (DATENCENTER: Die Top-Turniere).

Sieger-Flight folgt Kaymer

Gemeinsam mit seinem Vorjäger Yang geht Martin Kaymer am Donnerstag um 19.15 Uhr MESZ auf die erste Runde, eine halbe Stunde später macht sich der prominenteste Flight auf den Weg:

Im Südafrikaner Charl Schwartzel (Masters) und den beiden Nordiren Rory McIlroy (US Open) und Darren Clarke (British Open) wollen die drei Major-Sieger dieses Jahres gemeinsam den nächsten Nadelstich gegen die darbenden US-Stars setzen.

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