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Martin Kaymer gewann 2010 die PGA Championship in Kohler, Wisconsin © getty

Der Titelverteidiger enttäuscht bei der PGA Champioship und verpasst wie auch Tiger Woods den Cut. In Führung liegen Nobodys.

Johns Creek - Die ultraschweren letzten Löcher auf dem Kurs des Atlanta Athletic Clubs haben Martin Kaymer bei der PGA Championship den letzten Nerv geraubt.

Der Titelverteidiger aus Mettmann verfing sich bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit auf der zweiten Runde des Golf-Major-Turniers zwar nicht im Dschungel aus Sandbunkern und Wasser, traf jedoch auf den schiefen Grüns plötzlich keinen Ball mehr und scheiterte am Cut.

"Es war ein frustrierendes Turnier, bei dem alles gegen mich gelaufen ist. Ich habe ganz gut gespielt, aber die Bälle gingen nicht rein. Dieser Kurs hat ein ganz hartes Finale, da fängt man sich meistens einige Schläge. Mein einzig gelungener Putt war auf dem letzten Loch", sagte Kaymer.

Knapp vorbei

Und selbst dieser war in Johns Creek im US-Bundesstaat Georgia auch nur ein Putt zum Bogey, einem von vier auf den Löchern 13 bis 18. 145 Schläge nach zwei Runden standen auf Kaymers Scorecard, ein Schlag weniger, und er hätte doch noch weiterspielen dürfen.

Auf der Suche nach dem Schwung

"Ich habe bis zum Ende gekämpft, aber es hat nicht gereicht", sagte der 26-Jährige. Die begehrte Wanamaker Trophy wird ein anderer einheimsen.275271(DIASHOW: Kaymers historischer Sieg)

Im Vorjahr in Whistling Straits/Wisconsin hatte Martin Kaymer als zweiter Deutscher nach Bernhard Langer ein Major gewonnen, doch seit er im Februar für acht Wochen die Nummer eins der Welt wurde, fehlt ihm der richtige Schwung.

Nächster Rückschlag

Im April schaffte Kaymer auch bei seinem vierten US-Masters nicht den Cut, im Juli bei der British Open wurde er dann immerhin geteilter 12. Nun folgte wieder ein Rückschlag.

Woods kein Trost

Da war es auch kein Trost, dass es Tiger Woods noch schlimmer erging.

Der schwächelnde Superstar aus den USA ließ seinem schlechtesten Major-Start (77) eine 73 folgen und scheiterte erst zum dritten Mal in seiner Karriere bei einem der vier großen Turniere am Cut, das war ihm zuvor nur 2006 bei der US Open und 2009 bei der British Open passiert. (DATENCENTER: Die Top-Turniere)

Auf der zweiten Runde spielte er nun zwei Double-Bogeys nacheinander - und war nur ein Schatten seiner selbst.

Woods sieht Positives

"Das ist einerseits ein Rückschritt, weil ich ausgeschieden bin. Andererseits ist es ein riesiger Fortschritt, weil ich zwei Wochen ohne gesundheitliche Probleme gespielt habe", sagte Woods. (Golf im TV auf SPORT1: GOLFTOTAL)

Der einstige Dominator ist seit November 2009 ohne Turniersieg und nach der Aufdeckung seiner vielen Sex-Affären ziemlich von der Rolle. US-Medien vergleichen ihn bereits mit Mike Tyson und Michael Jordan, die ihre Karrieren wenig ruhmreich ausklingen ließen.

Weiter auf Rekordjagd

Woods aber ficht das nicht an, der 14-malige Major-Sieger glaubt immer noch, dass er den Rekord von Jack Niklaus (18) knacken kann.

"Ein großes, schönes W" für "Winner" habe er sich auf dem Leaderboard gewünscht, sagte er, stattdessen aber stand dort das wohl unbeliebteste Wort im Golfsport: "CUT". Nun müsse und dürfe er an seinem Spiel arbeiten, "nur das, wochenlang", sagte Woods, der rund 14 Wochen wegen Achillessehnenproblemen ausgefallen war.

No-Names ganz vorn

Es passt zur 93. PGA Championship, dass zwei unbekannte Gesichter im Rampenlicht sind.

"Rookie" Keegan Bradley (USA) spielte sich mit einer 64 (insgesamt 135) bei seinem ersten Major an die Spitze, die er sich mit seinem Landsmann Jason Dufner teilt.

Dufner hat noch kein PGA-Turnier gewonnen, er ist ganz bescheiden: "Eigentlich wollen die Leute lieber Tiger Woods sehen." Das aber ist in Springfield in diesem Jahr nicht mehr möglich.

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