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Im Jahr 2010 konnte Golfprofi Martin Kaymer die PGA Championship noch gewinnen © getty

Martin Kaymer in der Krise. Nach seinem Aus bei der PGA-Championship sucht der Golfstar Abstand. Er will neue Kraft tanken.

Johns Creek - Erst trifft er aus einem Hubschrauber genau ins Loch, dann aus 200 Metern in ein geöffnetes Kirchenfenster, und als Krönung löst er mitten im Stadtverkehr mit seinem Abschlag einen Blitzer aus:

Zumindest in der Werbung gelingt Deutschlands Golfstar Martin Kaymer einfach alles. 275271(DIASHOW: Kaymers historischer Sieg)

"Hole-In-One-Training" nennt sich das nicht ganz ernst gemeinte Video, das sich im Internet in Rekordzeit zu einem echten Renner entwickelt hat.

Kaymer spannt aus

Die Realität sieht für Kaymer etwas trister aus. Denn dort trifft der 26-Jährige seit einigen Monaten nicht mehr viel.

Am Wochenende musste die ehemalige Nummer eins der Welt beim letzten großen Turnier des Jahres sogar zur Halbzeit die Koffer packen.

Im wahrsten Sinne des Wortes übrigens: "Ich werde nun meinen lange geplanten Urlaub antreten. Dort habe ich Zeit, um Kraft für das zweite Halbjahr zu tanken", sagte Kaymer, der bei der PGA Championship immerhin als Titelverteidiger an den Start gegangen war. (Golf im TV auf SPORT1: GOLFTOTAL)

Warten auf den zehnten Sieg

Neue Kraft kann der Profi aus Mettmann derzeit gut gebrauchen.

Seit seinem Sprung an die Spitze der Weltrangliste Ende Februar wartet Kaymer vergeblich auf seinen zehnten Turniersieg.

Drei Top-Ten-Platzierungen hat er seither als beste Resultate verbucht, aber auch Durchschnitts-Ergebnisse wie Rang 29, 31 oder 39 eingefahren.

Und als Tiefpunkt: Platz 81 beim US-Masters im April. Bei den vier großen Turnieren der Saison überstand der Shootingstar des vergangenen Jahres nur zweimal den Cut.

Die Putts fallen nicht

Auch auf dem schwierigen Kurs des Atlanta Athletic Clubs im US-Bundesstaat Georgia traf Kaymer zwar regelmäßig mit seinen Abschlägen die Grüns, die Putts über die kurzen Distanzen wollten jedoch nicht fallen.

"Es war wie ein Fußballspiel, bei dem man noch stundenlang weiterspielen kann, aber doch kein Tor macht", sagt der Hobby-Kicker dem Internetportal "golf.de": "Es ist nur bitter, da es das letzte wirklich wichtige Turnier in diesem Jahr war."

Kaymer verspricht Besserung

Seinen Fans gelobte Kaymer immerhin Besserung.

"Ich werde das Ergebnis in den kommenden Tagen intensiv analysieren und an meinen Fehlern arbeiten", sagte Kaymer nach dem vorzeitigen Aus in Johns Creek und versprach: "Bei meiner Rückkehr Anfang September in Crans-Montana in der Schweiz werden die Fans einen anderen Martin Kaymer erleben."

"Tiger hat sich bedankt"

Ein kleiner Trost blieb Kaymer dann doch noch: Im kommenden Jahr darf er beim traditionellen Champions Dinner zu Beginn der PGA Championship wieder sitzen bleiben und genießen.

In diesem Jahr war Kaymer als Titelverteidiger für die Bewirtung seiner Kollegen verantwortlich - und ließ Gans mit Knödeln und Rotkohl auftischen.

"Am Ende waren alle Teller leer", sagte Kaymer zufrieden: "Sogar Tiger hat sich bedankt."

2012 gibt es dann wohl wieder typisch amerikanisches Essen. Zumindest das wird Martin Kaymer verschmerzen können.

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