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Martin Kaymer war von Februar 2011 bis April 2011 Nummer eins der Weltrangliste © getty

Mit seinem Sieg bei der World Golf Championships straft Martin Kaymer seine Kritiker Lügen. Das geduldige Training zahlt sich aus.

Phoenix/München - Nach der Gala von Shanghai stehen die Ampeln für den deutschen Golfstar Martin Kaymer wieder auf Grün.

Beflügelt und mit enormem Rückenwind reiste der 26-Jährige nach seinem zweiten Saisonsieg bei der World Golf Championship via Los Angeles heim nach Phoenix. (BERICHT: Lukrativer Triumph für Kaymer)

Training in der Sonne von Arizona, die Seele baumeln lassen und von weiteren Großtaten träumen - so sieht das Entspannungsprogramm des Rheinländers für die kommenden Tage aus.

Verlust der Konstanz

Der Sieg in Chinas Wirtschaftsmetropole war für Martin Kaymer Balsam auf die geschundene Seele.

Nachdem er sich den Luxus erlaubt hatte, den Schwung, mit dem er den Golf-Thron erobert hatte, weiterentwickeln zu wollen, war die Maschinerie ins Stocken geraten.

Die Konstanz ging abhanden, ungewohnt viele schlechte Schläge schlichen sich in seine Runden ein. Die ersten Kritiker machten mobil, sogar von der Eintagsfliege war die Rede.

Doch Martin Kaymer verlor nie den Glauben an sich. Beharrlich setzte er den Weg mit seinem Trainer Günter Kessler fort, fügte in seinem Puzzle mühsam Stück für Stück wieder zusammen und belohnte sich am Sonntag mit dem Triumph bei einem der großen Turniere des Golfsports. (Golf im TV auf SPORT1: GOLFTOTAL).

Golf-Thron weiter im Visier

Als neue Nummer vier der Welt liegt der Gedanke an die Rückkehr auf den Thron nahe. Im vergangenen Februar war er erstmals die Nummer eins, und dort will er auch wieder hin. "Das wird hoffentlich wieder passieren", sagte Martin Kaymer.

Und dann werde vieles anders sein. "Ich musste mich beim ersten Mal erst an den ganzen Rummel gewöhnen. Auch mein Umfeld und meine Familie. Da habe ich mich manchmal auch noch etwas ungeschickt angestellt. Doch ich habe daraus gelernt und weiß nun, was auf mich zukommt", sagte Kaymer.

Caddie-Bruder als Rivale

Bis ganz nach oben ist es aber noch ein weiter Weg, denn dort thront derzeit unangefochten Luke Donald, der jüngere Bruder von Kaymers Caddie Chris.

"Luke verdient es, die Nummer eins zu sein, aber ich möchte ihm gerne das Leben schwer machen. Es ist jedoch keine leichte Aufgabe", sagte Martin Kaymer.

Donald winkt Historisches

Im "Race to Dubai", der europäischen Geldrangliste, liegt auch nur eben jener Luke Donald vor Kaymer.

Der Vorsprung des Engländers vor dem Finalturnier vom 8. bis 11. Dezember in Dubai beträgt gut eine Million Euro (3,85:2,83). Donald könnte etwas Historisches schaffen. Noch nie hat ein Golfer die Geldranglisten in den USA und in Europa gleichzeitig gewonnen.

Dubai liegt für Martin Kaymer aber noch in weiter Ferne. Zunächst tritt der Fußball-Fan vom 24. bis 27. November erneut in China beim Weltcup für Deutschland an.

Gemeinsam mit Alex Cejka bildet Kaymer ein aussichtsreiches Duo. Ziel ist der dritte deutsche Sieg nach 1990 (Bernhard Langer und Torsten Giedeon) und 2006 (Langer mit Marcel Siem).

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