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Martin Kaymer gewann 2011 den Laureaus Worlds Sport Award © getty

Trotz der mäßigen Saison wähnt sich Martin Kaymer "auf dem richtigen Weg" und macht 2013 den nächsten "logischen Schritt".

Schanghai - Wenn Martin Kaymer über Olympia 2016 spricht, springt er weit über seinen eigenen Schatten.

Der sonst so besonnene deutsche Golfstar redet plötzlich wie ein Wasserfall und schwärmt in höchsten Tönen.

"Olympia, das ist das Aller-, Allergrößte, mehr geht nicht", sagt Kaymer vor dem BMW Masters in Schanghai euphorisch und holt dann zum großen Schlag aus:

"Ich werde alles dafür tun, damit ich direkt den ersten Titel gewinnen kann. Das ist für mich das allergrößte Ziel."

IOC-Präsident Jacques Rogge dürfte es mit großer Freude vernehmen.

Lange Vorbereitungszeit für Rio

Golf in Rio, das ist eigentlich noch etwas hin. Nicht so für Martin Kaymer, am liebsten würde er die Uhren vordrehen und gleich in den Flieger nach Brasilien steigen.

"Ich werde jetzt vieles dafür tun, um mich die nächsten drei, vier Jahre darauf vorzubereiten", sagte der 27-Jährige aus Mettmann. Ob zu dieser Strategie auch die neue Ausrichtung USA gehört, bleibt offen.

US-Tour? "Logischer Schritt"

Am Dienstag gab er bekannt, dass er künftig nicht nur vollwertiges Mitglied der Europa-Tour bleibt, sondern auch Mitglied der US-Tour wird.

Dieser Schritt war ohnehin erwartet worden, vielleicht aber noch nicht für 2013. Nun ist die Katze aus dem Sack und die Vorfreude groß.

"Die amerikanische Tour ist eine große Herausforderung und der nächste logische Schritt in meiner Karriereplanung, auf den ich mich nun sehr freue und für den ich mich auch bereit fühle", teilte Kaymer mit.

Putt als Motivation für die Karriere?

Beflügelt wurde Kaymer bei der Entscheidung für die US-Tour sicher auch durch seinen siegbringenden Putt im Ryder Cup (Bericht).

"Das war der Putt meines Lebens, mehr Druck geht nicht. Dass ich in der Situation war, den entscheidenden Putt machen zu dürfen, war vielleicht auch Schicksal", sagte Kaymer und erklärte auch gleich, warum: "Vielleicht sollte mir das Motivation für den Rest der Saison und die ganze Karriere geben."

Fünf Turniere, ein Sieg?

Damit schlug Kaymer die Brücke zu seinem wunden Punkt: dem Verlauf der bisherigen Saison.

Abgesehen vom Siegputt im Ryder Cup lief das Jahr für ihn alles andere als rund. Als Quittung für stetiges Mittelmaß fiel die frühere Nummer eins der Weltrangliste auf Platz 35 zurück.

Turniersiege? Fehlanzeige (DATENCENTER: Die Turniere im Überblick).

Geht es nach Martin Kaymer, soll sich das noch ändern, am liebsten schon an diesem Wochenende in China: "Die Ergebnisse waren sicher nicht so gut. Aber ich habe noch fünf Turniere in diesem Jahr. Ein Sieg ist mein Ziel."

"Heftige" Sprüche gegen Kaymer

Aber auch, wenn es 2012 nicht mehr klappen sollte, ginge für Kaymer die Welt nicht unter. Gelassenheit ist Trumpf.

"Ich habe meinen Schwung sehr gut entwickelt. Die Leute sehen das nicht, aber ich weiß es. Ich bin auf einem guten Weg", betont er.

Wichtiger ist für ihn ohnehin etwas anderes: "`Wenn ich sehe, was ich persönlich erreicht habe, wie ich mich entwickelt habe, dann war das eine gute Saison."

Davon lässt er sich auch durch die lauter gewordene Kritik nicht abbringen.

"Verschiedene Sprüche, die man sich in Golfklubs anhören muss, sind schon heftig", berichtet der ehemalige Jugendfußballer von Fortuna Düsseldorf.

Kaymer schwärmt von DFB-Elf

Die Erwartungshaltung in Deutschland sei einfach höher als woanders, dabei denkt er nicht zuletzt an das 4:4 der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Schweden.

"Wenn man 4:0 führt, darf so was nicht passieren. Fußballer sind aber auch einfach nur Menschen. Die können nicht jedes Wochenende Topleistungen bringen. Es gibt auch Phasen, in denen es nicht optimal läuft, wo man sich durchkämpfen muss", sagte Kaymer aus eigener Erfahrung.

Von der Qualität des Teams ist er überzeugt: "Wir haben eine Traummannschaft."

Die im Gegensatz zu Kaymer bei Olympia in Rio auf keinen Fall dabei sein wird.

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