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Der 28-jährige Martin Kaymer ist seit 2005 als Golf-Profi unterwegs © getty

Der frühere Weltranglistenerste hat fürs US Masters sein Spiel umgestellt - ein Schlag nervt Martin Kaymer sein Jahren.

Augusta - Die obligatorischen Tipps von Altmeister Bernhard Langer hat Martin Kaymer bereits wieder in der Tasche, am Mittwoch spielten die beiden besten deutschen Golfer der Geschichte dann auch gemeinsam ein Par-3-Turnier.

Ab Donnerstag ist Kaymer wieder auf sich allein gestellt, beim US Masters in Augusta/Georgia hofft er auf den Durchbruch. Bislang stand der 28-Jährige aus Mettmann mit der "Kathedrale des Golf" auf Kriegsfuß, dieser malerische Platz an der Magnolia Lane war einfach (noch) nicht sein Ding.

Fünfmal gestartet, 2012 erstmals den Cut geschafft und am Ende 44. - für eine ehemalige Nummer eins einfach zu wenig.

Der Cut ist das Ziel

Das weiß Martin Kaymer nur zu gut, entsprechend bescheiden sind bei aller Vorfreude seine Erwartungen.

"Das erste Ziel ist der Cut. Am Wochenende kann ich dann immer noch weitersehen. Den Sieg anzustreben, wäre nach den letzten fünf Auftritten in Augusta vielleicht etwas zu hochgegriffen", sagte Kaymer vor dem Auftakt des legendären Einladungsturniers.

Kaymer arbeitet am Draw

Kaymer weiß genau, woran es hapert - und hat die Konsequenzen gezogen. Es sind diese verflixten Spielbahnen auf dem superschweren Par-72-Platz, die statt für ihn angenehm am Ende nach rechts leider nach links verlaufen.

Dazu benötigt er einen bestimmten Schlag, den Draw. "Das ist mein Problem, weil meine Bälle eigentlich genau andersherum fliegen", sagt Kaymer.

"Größte Herausforderung"

Anfangs hatte er sich noch geweigert, nur wegen eines Turniers etwas umzukrempeln. Schließlich war er die Nummer eins der Welt. Doch inzwischen steht er zu seinen Bemühungen.

"Dieses Turnier ist meine größte Herausforderung", gesteht der US-PGA-Champion von 2010.

Und ohne Draw geht in Augusta nichts. Dieser Schlag ist seine bislang wohl größte Aufgabe, der er sich bedingungslos stellt. Als Branchenführer seinen Schwung anzupassen, hatte die Fachwelt verblüfft.

Das Ergebnis blieb auch nicht aus. Kaymer rutschte im Ranking ab, derzeit ist er die Nummer 31. Doch er gibt nicht auf.

Entwicklung noch nicht abgeschlossen

"Ich glaube, wenn du besser werden willst, musst du an Dingen arbeiten, die dich herausfordern, die dein Spiel langfristig besser machen und es unter Druck konstanter werden lassen. Also einen Schwung, der immer funktioniert, egal, in welcher Situation, oder egal, welcher Herausforderung du gegenüber stehst", sagte Kaymer.

Er befinde sich derzeit noch mitten im Prozess. "Wann diese Entwicklung letztendlich abgeschlossen ist, kann man im Sport nie sagen, ich bin aber der festen Überzeugung, dass der Weg der richtige ist", sagte Kaymer, der im vergangenen Dezember in Sun City nach über einem Jahr endlich wieder einen Turniersieg feiern konnte.

Gefeierter Held im Ryder Cup

Davor hatte er sein persönliches Highlight, als er im Ryder Cup den siegbringenden Putt gegen die USA versenkte. Kaymer wurde als Held gefeiert, dabei gehörte er spielerisch zu den Schwachpunkten im europäischen Team. Egal.

Lohn war im März der Sieg in der Mannschaftswertung beim Laureus Award in Rio de Janeiro, wo Golf 2016 wieder die olympische Bühne betreten wird. "Dort zu gewinnen, ist mein größtes Ziel", sagt Kaymer.

"Glaube an die eigenen Fähigkeiten"

Bis dahin ist es noch ein langer Weg, doch bei allen Rückschlägen ist Kaymer der Glaube an sich selbst nie verloren gegangen.

"Es gibt einfach Schläge oder auch ganze Tage, die nicht funktionieren und an denen es nicht läuft. Das für mich Wichtigste beim Golf ist und war immer die Geduld und der Glaube an die eigenen Fähigkeiten", schrieb Kaymer auf seiner Facebook-Seite.

Und so ist es für ihn auch keine Frage, dass es irgendwann im Ranking wieder nach oben geht. Wie hoch, darauf will sich der Fan des 1. FC Köln nicht festlegen.

Kaymer hat Top 10 im Blick

"Sobald diese Entwicklung abgeschlossen ist, sehe ich keinen Grund, warum es nicht wieder mit den Top 10 klappen sollte", sagt Kaymer.

Ein Top-Resultat in Augusta würde ihn schon mal in die richtige Spur bringen. Kostenlosen Anschauungsunterricht könnte Kaymer an den ersten beiden Tagen von Phil Mickelson bekommen.

Der US-Linkshänder hat das Masters dreimal gewonnen (2004, 2006 und 2010) und gehört wieder zu den Topfavoriten. Dritter Spieler im Flight ist der ehemalige British-Open-Champion Louis Oosthuizen (Südafrika), der im Vorjahr erst im Stechen gegen Bubba Watson (USA) verlor.

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