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Tiger Woods holte in seiner Karriere bislang 14 Major-Turniersiege © getty

Der Golf-Superstar lässt den Ball an der falschen Stelle fallen und hat Glück, überhaupt noch weiter antreten zu dürfen.

Augusta/München - Golf-Altmeister Bernhard Langer erlebt im sonnigen Augusta seinen zigsten Frühling.

Der Jubilar trumpfte bei seinem 30. US-Masters-Start in Georgia auch am Freitag auf und geht nach zwei 71er-Runden als 14. mit zwei Schlägen unter Par aussichtsreich in die zweite Turnier-Hälfte (BERICHT: Langer überzeugt mit Frühform).Dabei profitierte Langer auch von einem Missgeschick von Superstar Tiger Woods.

Deutlich mehr Mühe hatte Martin Kaymer, der sich aber mit einer 75 und insgesamt 147 Schlägen wie im Vorjahr soeben noch für die beiden Schlussrunden qualifizierte (701700DIASHOW: US Masters in Augusta).

"Ich bin sehr zufrieden mit meinem Spiel. Meine langen Schläge waren sehr gut", sagte der 55-Jährige, der das erste Major der Saison 1985 und 1993 gewonnen hatte, in den vergangenen Jahren aber sechsmal in Folge am Cut gescheitert war (DATENCENTER: Turniere und Ergebnisse).

Sieg-Ambitionen bei Langer

Zuletzt lag Langer 2001 nach zwei Runden zwei unter Par - und wurde am Ende Sechster. Dies wäre ihm dieses mal nicht genug. "Ich will hier gewinnen", hatte der als bescheiden bekannte Schwabe angriffslustig als Ziel ausgegeben.

Die Führung übernahm der Australier Jason Day (138) vor Landsmann Marc Leishman und Fred Couples (USA/beide 139), der 1992 als Vorgänger von Langer an der berühmten Magnolia Lane triumphiert hatte.

Branchenprimus Tiger Woods (USA) hatte derweil Glück, am Samstag überhaupt noch antreten zu dürfen. Der 14-malige Major-Champion hatte am Vortag an der 15. Bahn den Ball an der falschen Stelle fallen gelassen, nachdem dieser zuvor von der Fahnenstange abgeprallt und ins Wasser gerollt war. Die Offiziellen sahen von einer möglichen Disqualifikation ab und belegten Woods stattdessen mit einer Strafe von zwei Schlägen.

Woods: Akzeptiere die Strafe

Damit rutschte der Weltranglistenerste vor der dritten Runde mit 143 Schlägen von Rang sieben auf Position 20 zurück.

"Ich wusste nicht, dass ich einen Fehler gemacht habe. Ich habe mich am Morgen mit dem Masters-Komitee getroffen und unterhalten. Ich verstehe und akzeptiere die Strafe und respektiere die Entscheidung", schrieb Woods via Twitter.

Der Weltranglistenzweite Rory McIlroy (Nordirland) arbeitete sich mit zwei unter Par um 20 Positionen auf den 14. Platz vor und lag damit gleichauf mit Langer.

Routine ausgespielt

Und der spielte auf den zweiten 18 Löchern wieder einmal seine ganze Routine aus.

Den Mangel an Schlaglänge machte der Oldtimer mit seinen hervorragenden Schlägen vom Fairway wieder wett. Aggressiv spielte er die Fahnen an. Zu den Highlights des Tages gehörte sein Eagle an der 2 (Par 5) mit einem tollen Holz-3-Schlag nahe an die Fahne.

Auch auf den Grüns fielen die Bälle. Sehenswert war der lange Putt an der 16 (Par 3), den er zum Birdie einlochte.

"Leider war der Putter kalt"

Unterdessen mühte sich Martin Kaymer wieder einmal über den Par-72-Platz, der ihm wegen seiner vielen von rechts nach links verlaufenen Löcher nicht behagt.

Und mit Bogeys an der 1 und 2 erwischte der 28-Jährige bei heftigen Regenschauern und böigem Wind gleich einen Fehlstart. Nach einem Birdie an der 13 unterliefen dem ehemaligen Weltranglistenersten noch Schlagverluste an der 16 und 17.

Probleme gab es vor allem auf den Grüns. "Leider war der Putter in den ersten beiden Runden sehr kalt, ich hab die Birdie-Chancen nicht richtig nutzen können", teilte Kaymer auf seiner Facebook-Seite mit - "kalter Putter" heißt übrigens schlicht, dass es auf dem Grün nicht lief.

Kaymer fühlt sich wohler

Als 48. geht er aussichtslos ins Wochenende, kann aber zumindest sein bislang bestes Masters-Ergebnis aus dem Vorjahr (44.) noch steigern.

"Vom langen Spiel her war es schon sehr gut, aber wenn man 35 Putts mit einem Chip in dabei macht, geht nicht so viel vom Score her. Wenn ich das am Wochenende besser hinbekomme, sollte es noch etwas nach vorne gehen", sagte Kaymer.

Grundsätzlich aber "fühle ich mich dieses Jahr deutlich wohler hier auf dem Platz".

Schleich-Strafe für China-Teenie

Was Kaymer bei seinen ersten vier Starts in Augusta nicht geglückt war, erreichte der jüngste Masters-Teilnehmer aller Zeiten auf Anhieb. Der 14 Jahre alte Chinese Guan Tianlang schaffte mit 148 Schlägen (73+75) den Cut.

Auf seiner zweiten Runde wurde dem Teenager aber beinahe sein zu langsames Spiel zum Verhängnis. Guan wurde dafür am 17. Loch mit einem Strafschlag belegt.

Er war damit der erste Spieler seit drei Jahren, der eine derartige Strafe bei einem Major kassierte. Bei der US-PGA-Championship 2010 war der Franzose Gregory Bourdy ebenfalls mit einer Strafe für langsames Spiel belegt worden.

Mickelson und Watson enttäuschen

Enttäuschend verlief das 77. US Masters für Phil Mickelson und Bubba Watson.

Der dreimalige Sieger Mickelson lag nach zwei Runden wie Martin Kaymer mit 147 Schlägen aussichtslos im Rennen.

Titelverteidiger Watson benötigte sogar noch einen Schlag mehr und belegte wie Guan Tianlang Platz 55.

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