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Tiger Woods quälte sich im Juni 2008 zum Sieg bei der US-Open © getty

Die Ankündigung von Tiger Woods verfrühtem Comeback versetzt die Golf-Branche in Hochstimmung Woods selbst bleibt eher nüchtern.

München - Für die einen ist es das größte Comeback der Sportgeschichte, für die anderen die einzige Hoffnung im Millionengeschäft Golf.

Superstar Tiger Woods hat mit seiner angekündigten Rückkehr auf das Grün Fans, Medien und Veranstalter in helle Aufregung versetzt und selbst die Konkurrenz verzückt.

"Er ist zurück. Ärger dich, Michael Jordan. Dein Comeback war riesig. Seines ist gigantisch", schreibt die Los Angeles Times und setzt gleich noch einen drauf: "Die Rückkehr von Tiger Woods ist größer als das ganze Spiel."

Start bei der Matchplay-WM

254 Tage hat der 33-Jährige kein Turnier mehr bestritten (Woods bald erster Milliardär), wenn er am kommenden Mittwoch erstmals nach seiner Kreuzbandoperation im linken Knie bei der Matchplay-WM in Tucson/Arizona wieder abschlägt.

Auch der Münchner Alex Cejka weiß um den Wert des bestverdienenden Sportlers der Welt für seine Sportart: "Seine Rückkehr ist ein unbezahlbarer ökonomischer Impuls. Wenn er wieder regelmäßig spielt, ist die Aufmerksamkeit überall größer. Spieler, Sponsoren, Fans und Medien eingeschlossen."

Es sei schließlich kein Geheimnis in Spielerkreisen, dass es aufgrund der globalen Finanzkrise Einschnitte bei den jährlichen Einnahmen der Tour gebe.

"Bin bereit"

Bei Woods selbst klingt die Comeback-Ankündigung freilich ganz nüchtern. "Ich bin jetzt bereit, wieder zu spielen", teilt er auf seiner Internetseite mit. Und dass er die Zeit mit seiner Frau Elin sowie dem am 9. Februar geborenen Söhnchen Charlie und der anderthalbjährigen Tochter Sam Alexis sehr genossen habe.

Für seinen Sport war die Abwesenheit des Superstars dagegen eine Leidenszeit.

Die Fernsehquoten brachen um bis zu 60 Prozent ein - die Fans wandten sich fast gelangweilt ab. Nun wird der "Golf Channel" im aktuellen Programm einen Countdown bis zum ersten Abschlag des "Erlösers" einblenden. Die Werbepreise dürften wieder in die Höhe gehen.

Unklarheit über Form

Auch beim Fernsehsender NBC, der den Comeback-Auftritt von Woods in Arizona übertragen wird, reibt man sich die Hände. "Er gibt dem Turnier den Glanz. Von den TV-Partnern bis zu seinen Mitspielern sind alle verzückt über seine Rückkehr", sagte NBC-Sprecher Brian Walker.

Über den Leistungsstand des Weltranglisten-Ersten herrscht dagegen noch Unklarheit.

Die Belastung mit möglicherweise sieben Runden in fünf Tagen ist bei der Matchplay-WM extrem hoch. Sein Freund und Kollege Mark O'Meara berichtete nach einer Trainingsrunde mit Woods allerdings nichts Gutes für die Konkurrenz: "Er trifft den Ball wirklich gut. Ich würde sagen, er ist besser denn je."

Höllische Schmerzen

In Arizona tritt Woods als Titelverteidiger an. Sein bislang letztes Turnier beendete er am 16. Juni 2008 in San Diego bei den US Open unter höllischen Schmerzen - zum lädierten Knie kam ein Ermüdungsbruch im Schienbein - und holte sich erst am ersten Extra-Loch des "Sudden Death" seinen 14. Major-Titel.

Er humpelte teilweise über den Platz, benutzte zwei Schläger als Krücken, um aus dem Bunker zu kraxeln.

Es folgte die insgesamt vierte Knieoperation seiner Karriere.

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