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Der 37-jährige Tiger Woods ist seit 1996 Golfprofi © getty

Der Golfstar beweist starke Nerven und gewinnt das Players Championship. Die Sticheleien von Dauerrivale Garcia lassen ihn kalt.

Ponte Vedra Beach - US-Tour-Direktor Tim Finchem rieb sich vor dem Finale des Hass-Duells erwartungsfroh in seinem Büro die Hände. "Holt mir mal NBC ans Telefon. Sagt denen, der Quoten-Champion ist am Apparat", rief er seinen Helfern zu.

Der Zweikampf der Streithähne Tiger Woods und Sergio Garcia bei der Players Championship in Ponte Vedra Beach hatte aber nicht nur das Blut des 66-Jährigen kräftig in Wallung gebracht.

Auch die vielen Millionen Golf-Fans in den USA waren vor dem Showdown in Florida elektrisiert - und wurden am Ende mit dem Triumph von Tiger Woods belohnt.

Nerven aus Stahl

Mit Nerven aus Stahl steckte der Weltranglistenerste jeden Rückschlag weg und feierte am Ende mit 275 Schlägen seinen zweiten Erfolg beim "fünften Major" nach 2001. (DATENCENTER: Turniere und Ergebnisse)

Sein Rivale dagegen glich einem Häufchen Elend. Sergio Garcia, der emotionale Spanier, hatte am berüchtigten 17. Loch im TPC Sawgrass gemeinsam mit Woods an der Spitze liegend alles verspielt. (NEWS: Alles zum Golf)

"Wir mögen uns nicht wirklich"

Nach zwei Abschlägen in das Wasser vor dem berühmten Insel-Grün quittierte er am Par-3-Loch eine 7 und wurde Achter.

"Bislang war das Loch eigentlich immer ganz gut zu mir, heute aber nicht", sagte Garcia geknickt. Er war der große Verlierer - und er hatte am dritten Tag selbst den Stein ins Rollen gebracht, als er den Branchenprimus des Etikettenverstoßes beschuldigte.

Er warf Woods vor, ihn während seines Schwungs gestört zu haben, indem er einen Schläger aus der Tasche zog. "Er ist nicht mein Lieblingsspieler auf der Tour, er ist nicht der netteste, wir mögen uns nicht wirklich", sagte Garcia.

Woods lässt sich nicht beunruhigen

Wieder einmal nahm er damit den Tiger aufs Korn, wie schon 2000 und 2002. Doch Woods konterte lässig: "Das ist nicht überraschend, dass er sich wegen irgendetwas beschwert."

Kühl und abgezockt - wie eine echte Nummer eins - gab sich der Tiger auch auf dem Platz.

Spannung durch Doppel-Bogey

Dabei musste er bange Momente überstehen. Mit einem Doppel-Bogey an der 14 büßte er seine Führung von zwei Schlägen ein. An der 15 stand er sogar vor einem erneuten Schlagverlust, doch er rettete gekonnt das Par.

"Das wäre eng geworden. Aber das Par zu retten und zurückzukommen, das war groß", sagte Woods nach seinem vierten Saisonsieg, für den er 1,71 der insgesamt 9,5 Millionen Dollar Preisgelder erhielt.

Jubiläumssieg

Es war der 78. Erfolg bei seinem 300. Start auf der US-Tour. Jubiläen liegen Woods, auch bei seinem 100. und 200. US-Turnier hatte er gewonnen. Nur noch vier Erfolge fehlen ihm zum Tour-Rekord seines 2002 verstorbenen Landsmannes Sam Snead.

In Florida machte Woods deutlich, dass er zweieinhalb Jahre nach seinem privaten Fiasko mit zahlreichen Affären und Scheidung von Ehefrau Elin völlig zu Recht wieder an der Spitze des Rankings steht.

"Der beste Spieler, der je einen Golfschläger in der Hand hatte"

"Er ist vielleicht eine zeitlang ins Straucheln geraten. Aber wenn er so weitermacht, wird er wahrscheinlich der beste Spieler sein, der jemals einen Golfschläger in der Hand hatte", sagte Sean Foley, der Woods seit Ende 2010 trainiert.

Woods lässt der Konkurrenz kaum Grund zur Hoffnung. "Viele hier im Raum haben gedacht, dass es mit mir vorbei ist. Ist es aber nicht", sagte der Kalifornier auf der Pressekonferenz: "Ich versuche, jedes Jahr besser zu werden. Heute habe ich gut gespielt, wenn es darauf ankam."

Kaymer mit durchwachsener Leistung

Für Martin Kaymer galt dies nicht, er spielte beim höchstdotierten Turnier der Welt keine Rolle. Der 28-Jährige aus Mettmann arbeitete sich aber zumindest am Schlusstag mit einer 69 und insgesamt 287 Schlägen noch auf Position 43 vor.