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Martin Kaymer spielt seine siebten US Open © getty

Mit dem größten Aufgebot der Geschichte gehen Deutschlands Top-Golfer in die US Open. Kaymer freut noch aus einem anderen Grund.

Pinehurst - Zweites Saison-Major, ein deutsches Quartett und dazu noch die Fußball-WM in Brasilien: Deutschlands Golfstar Martin Kaymer weiß vor seinem ersten Abschlag am Donnerstag bei der 114. US Open in Pinehurst/North Carolina nicht wohin mit seinen Emotionen.

"Die Majors sind für uns die wichtigsten Turniere im Jahr", sagte der 29-Jährige aus Mettmann, der sich über die Verstärkung freut: "Es ist eine tolle Sache, dass in diesem Jahr gleich vier deutsche Vertreter an den Start gehen werden."

Dass am gleichen Tag auch die WM am Zuckerhut beginnt, krönt Kaymers Wochenende. "Ich bin Fußball-Fan und habe selbst früher lange Fußball gespielt, deshalb ist eine Fußball-WM auch für mich etwas ganz Besonderes. Ich freue mich auf die Wochen", sagte Kaymer. SHOP: Jetzt Golfartikel kaufen

Noch weiß er zwar nicht, wo er sich das deutsche Auftaktspiel am Montag gegen Portugal anschauen wird, aber eines ist klar: "Verpassen werde ich das auf keinen Fall!"

Kaymer tippt WM-Finale

Das Team von Joachim Löw hatte Kaymer im Trainingslager in Südtirol besucht, daher weiß er, auf wen er wettet. "Natürlich würde ich auf Deutschland setzen", sagte Kaymer, der auch seinen Endspiel-Tipp verrät: "Deutschland - Brasilien 2:1"

In Pinehurst ist Kaymer nicht allein beim Kampf um einen deutschen Erfolg. Mit dabei sind Marcel Siem (Ratingen), Alex Cejka (München) und Major-Debütant Maximilian Kieffer (Düsseldorf), der am Montag mit Kaymer und Siem eine Proberunde absolvierte.

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Den Beginn kann Kieffer kaum erwarten: "Die Vorfreude ist einfach riesig, und das ganze Drumherum sehr beeindruckend."

Nur Kaymer gut für Top-Platzierung

Das Quartett stellt das größte deutsche US-Open-Aufgebot der Geschichte dar. Für den Sieg kommt aber wohl nur Kaymer infrage. Der US-PGA-Champion von 2010 hat seine lange sportliche Durststrecke überwunden und sich mit dem Triumph bei der Players Championship in Ponte Vedra zurückgemeldet.

"Es gab sicher Phasen, da ist es etwas frustrierend für mich gewesen", gestand Kaymer, der 2011 als zweiter Deutscher nach Bernhard Langer (1986) die Spitze der Weltrangliste erklommen hatte.

Mit den Veränderungen am Spiel einher ging der Absturz im Ranking. Doch Kaymer hielt durch, auch weil er meinte, keine andere Wahl zu haben: "Hätte ich nichts an meinem Spiel getan und mich nicht weiterentwickelt, dann wäre ich ganz sicher nicht mehr die Nummer eins der Welt geblieben. Deshalb würde ich es heute wieder so machen."

Links herum und rechts herum

Der Erfolg gab ihm recht. Heute sieht er sich als "kompletterer Spieler". Seine Erklärung: "Ich bin jetzt in der Lage, jeden Schlag in jeder Situation zu spielen. Egal ob ein Loch von links nach rechts oder andersherum verläuft, ich kann den Ballflug an die Spielbahn anpassen. Vor ein paar Jahren war ich dazu nicht imstande. Mein Spiel hat sich also deutlich weiterentwickelt."

Kaymer geht das Projekt US Open daher mit breiter Brust an und sagt: "Ich fühle mich topfit, bin sehr gut vorbereitet und konnte mit guten Ergebnissen und Selbstvertrauen anreisen, deswegen hoffe ich, am Sonntagnachmittag noch die Chance zu haben, ganz vorne mitzuspielen."

Er weiß, dass er auf dem sehr schweren Par-70-Platz sein komplettes Repertoire benötigt. "Es wird eine spezielle US Open: Es gibt in Pinehurst überhaupt kein Rough, dafür extrem schnelle, ondulierte, kleine Grüns. Es wird also noch wichtiger als sonst sein, sich auf dem Platz in gute Positionen zu bringen und Fehler zu vermeiden", so Kaymer.

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