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Martin Kaymer winkt der zweiter Major-Titel © getty

Martin Kaymer spielt bei den U.S. Open das Turnier seines Lebens. Die Konkurrenz wirft mit Lobeshymnen nur so um sich.

Pinehurst - Für Jordan Spieth spielt er wie Tiger Woods, für Titelverteidiger Justin Rose ist er wegen seiner Dominanz ein Spaßverderber: Deutschlands Golfstar Martin Kaymer hat die Konkurrenz mit seinem Startrekord bei der 114. US Open in Pinehurst/North Carolina düpiert und damit mächtig Eindruck hinterlassen.

Durch seine zweite 65er-Runde auf dem schweren Par-70-Platz Pinehurst No. 2 baute der 29-Jährige aus Mettmann seine Führung aus und hatte bei Halbzeit bereits sechs Schläge Vorsprung vor dem zweitplatzierten US-Profi Brendon Todd.

Spieth: "Nehmt Martin raus"

"Ich habe den Tiger selbst nie bei Turnieren gesehen, wenn er so klar geführt hat, aber das muss so gewesen sein wie jetzt bei Martin", sagte US-Hoffnung Jordan Spieth, der Kaymers Stärke jüngst selbst schmerzlich zu spüren bekommen hatte.

Im direkten Duell um den Sieg bei der Players Championship vor einem Monat zog Spieth klar den Kürzeren. Der Engländer Justin Rose meinte lapidar: "Nehmt Martin raus, und wir haben ein großartiges Turnier." SHOP: Jetzt Golfartikel kaufen

Kaymer wieder auf Topniveau

Doch Kaymer musste sich für die Langeweile nicht entschuldigen, der US-PGA-Champion von 2010 durfte vielmehr jeden Moment genießen. Sein Spiel ist nach den Veränderungen wieder auf Topniveau, er selbst sieht sich nun als "kompletteren Spieler", der jeden Schlag beherrscht. Den erneuten Beweis lieferte er in Pinehurst.

"Ich mache wenige Fehler, treffe die Fairways und Grüns gut und putte sehr gut", sagte Kaymer nach seiner bogeyfreien zweiten Runde, "ich halte mein Spiel zusammen. Das ist auf so einem Platz wichtig." Zehn Schläge unter Par nach 36 Löchern - das hat noch kein Golfer bei einer US Open geschafft.

McIlroy schwärmt

Den alten Rekord hielt der Nordire Rory McIlroy, der 2011 in Bethesda/Maryland nach zwei Tagen 131 Schläge auf dem Konto hatte und am Ende mit acht Schlägen Vorsprung triumphierte.

"Was Martin hier macht, ist beeindruckender als meine Leistung im Congressional, weil dieser Platz hier schwerer zu spielen ist", sagte McIlroy, der als Zehnter bereits neun Schläge hinter Kaymer lag.

Auch der Weltranglistenerste Adam Scott war angetan von Kaymers Beständigkeit: "Heute nochmal so rauszukommen, ist super für ihn. Wenn er noch zwei Tage so weitermacht, dann spielen wir alle nur um den zweiten Platz."

Der Australier machte nach einer ernüchternden 73 zum Auftakt durch seine 67 am Freitag einen Sprung auf den 14. Rang.

Nur noch deutsches Trio dabei

Das deutsche Quartett wurde bei Halbzeit auf ein Trio reduziert.

Für Major-Debütant Maximilian Kieffer war die mit 8,0 Millionen Dollar dotierte US Open nach zwei Runden und 150 Schlägen beendet.

Sehr gut im Rennen liegt noch Marcel Siem. Der Ratinger benötigte 71 Schläge und rangierte gleichauf mit Vorjahressieger Rose auf dem 20. Platz. Routinier Alex Cejka überstand als 44. mit 144 Schlägen den Cut.

Das Quartett stellte das größte deutsche US-Open-Aufgebot in der Geschichte dar.

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