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Martin Kaymer eroberte im Februar 2011 für zwei Monate Platz 1 der Weltrangliste © getty

Martin Kaymer steht vor dem Sieg bei den US Open - auch dank Langers Zuspruch und Gefühlskino. Erste Schwächen nimmt er locker.

Pinehurst/München - Dank seines Idols Bernhard Langer und der Entdeckung der Leichtigkeit steht Deutschlands Golfstar Martin Kaymer in Pinehurst/North Carolina vor seinem ersten US-Open-Triumph.

"Bernhard hat mir schon einige nette Sachen geschrieben. Das puscht mich", sagte der 29-Jährige aus Mettmann, der mit insgesamt 202 Schlägen und einem Vorsprung von fünf Schlägen auf das US-Duo Rickie Fowler und Erik Compton (beide 207) auf die letzten 18 Löcher geht.

Nach zuvor zwei blitzsauberen 65er-Runden und dem vielbeachteten US-Open-Startrekord offenbarte Kaymer auf seiner 72er-Runde am Samstag erstmals Schwächen, ließ sich aber nicht aus dem Konzept bringen.

Eagle bügelt Patzer aus

"Es ist okay, wenn man mal an einem Turniertag einige schlechtere Schläge macht. Das ist normal. Wichtig ist, dass so eine Runde trotzdem okay bleibt. Und das habe ich heute geschafft", sagte der US-PGA-Champion von 2010, der vor einem Monat mit seinem Triumph bei der Players Championship eine lange sportliche Durststrecke beendet hatte.

Kaymer kam am dritten Tag auf dem schweren Platz Pinehurst No. 2 schlecht aus den Startlöchern. An den Löchern 2 und 4 unterliefen ihm zwei Bogeys, einer mehr als an den beiden vorherigen Tagen zusammen. SHOP: Jetzt Golfartikel kaufen

Doch Kaymer blieb ruhig, glich die Schlagverluste an der 5 mit seinem ersten Eagle des Turniers gleich wieder aus.

Wie im Film mit einfachem Spiel

Nach weiteren Bogeys an der 6, 13 und 15 lag er nur noch vier Schläge vor seinen beiden Verfolgern, doch mit einem Birdie am Schlussloch vergrößerte der ehemalige Weltranglistenerste Kaymer seinen Vorsprung wieder auf fünf Schläge.

Als der Ball nach einem feinen Putt ins Loch fiel, verließ Kaymer lächelnd das Grün - ein Golfer, der mit sich und der Welt zufrieden ist.

Tags zuvor hatte er sich im Fernsehen noch Robert Redfords Film "Die Legende von Bagger Vance" angesehen, die Geschichte vom Golfer auf der Suche nach sich selbst und dem einfachen Spiel.

Auch Siem unter den Top 20

Und Kaymer realisierte beim Zuschauen, dass dieser Streifen ein bisschen auch seine Geschichte erzählt.

"Das ist es, was wir machen. Wir können eine Menge Dinge, die auf dem Platz passieren, nicht kontrollieren. Genau das habe ich in den vergangenen drei Jahren aber versucht. Du musst einfach dein Spiel spielen, mit Gefühl und Herz. Und das tue ich ich jetzt."

Dies trifft zumindest bei der 114. US Open auch auf Marcel Siem zu. Der Ratinger benötigte am dritten Tag wie sein Kumpel Kaymer 72 Schläge und lag mit insgesamt 213 Schlägen gemeinsam mit dem Weltranglistenersten Adam Scott (Australien) und dem Nordiren Rory McIlroy auf dem sehr guten 16. Platz.

Schwarzer Tag für Cejka

McIlroy hatte 2011 in Bethesda/Maryland mit acht Schlägen Vorsprung gewonnen und mit 16 unter Par den US-Open-Rekord des derzeit noch verletzten US-Superstars Tiger Woods unterboten.

Einen rabenschwarzen Tag erwischte der Münchner Routinier Alex Cejka. Der gebürtige Tscheche spielte eine 77 und fiel mit insgesamt 221 Schlägen vom 44. auf den 57. Rang zurück.

Major-Debütant Maximilian Kieffer (Düsseldorf) war am Cut nach zwei Runden gescheitert.

Einen Tag zum Vergessen erlebte der Japaner Toru Taniguchi. Der 45-Jährige blieb am Samstag gleich 18 Schläge über Par. Seine traurige Bilanz: 7 Bogeys, vier Doppel-Bogeys und ein Triple-Bogey...

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