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Profi-Golferin Sandra Gal (r.) zählte zu den ersten Gratulanten von Kaymer (l.) © getty

Nach seinem grandiosen US-Open-Triumph verrät Martin Kaymer sein Erfolgsrezept. Auch Philipp Lahm und Co. sind begeistert.

Pinehurst/München - Als Martin Kaymer den ersten US-Open-Triumph eines deutschen Golfers im Stile eines Tiger Woods unter Dach und Fach gebracht hatte, waren auch Philipp Lahm und Co. im fernen Brasilien restlos begeistert.

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Auch Basketball-Star Dirk Nowitzki zählte zu den ersten Gratulanten: "Herzlichen Glückwunsch an Martin Kaymer! Start-Ziel geführt. Sehr beeindruckend..."

Daumen drücken fürs DFB-Team

Seinen Freunden aus der Nationalmannschaft, die er im Trainingslager in Südtirol besucht hatte, drückt Kaymer nun seinerseits die Daumen.

"Das Spiel werde ich mir in New York in einer Sportbar anschauen", sagte der ehemalige Weltranglistenerste, der sich nach vier Stunden Schlaf wieder auf den Weg Richtung Heimat machte, bei "Sky". Sein Rat für Löws Mannschaft: "Spielt mit Herz und Leidenschaft, dann klappt es."

"Hoffe, das macht Bernhard stolz"

Martin Kaymer hatte an diesen vier Turniertagen alle in seinen Bann gezogen. Nachdem dann der letzte Ball im Loch war, ließ er den Putter fallen, blickte kurz gen Himmel und nahm seinen Caddie Craig Connelly in die Arme.

Mit dem zweiten Major-Titel nach dem Gewinn der US-PGA-Championship 2010 zog der 29-Jährige aus Mettmann mit seinem Idol und Mentor Bernhard Langer gleich: "Ich hoffe, das macht Bernhard stolz."

Kaymer hatte von dem zweimaligen US-Masterssieger während des Turniers auf dem schweren Par-70-Kurs Pinehurst No. 2 in North Carolina "einige nette Sachen" geschrieben bekommen. "Das hat mich gepusht", sagte der Kronprinz.

Kaymer kratzt an den Top Ten

Für seinen überlegenen Erfolg mit 271 Schlägen und acht Schlägen Vorsprung vor dem US-Duo Rickie Fowler und Erik Compton, der schon zwei Herztransplantationen hinter sich hat, kassierte Kaymer rund 1,2 Millionen Euro.

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In der Weltrangliste kratzt er nach seinem Sprung von Platz 28 auf 11 wieder an den Top Ten, und - was Kaymer viel wichtiger sein dürfte - er wäre für den Ryder Cup im September in Gleneagles nach aktuellem Stand qualifiziert.

"Das ist ein auch Ziel für dieses Jahr", sagte Kaymer. In der Form von Pinehurst ist Kaymer aus dem europäischen Team auch nicht wegzudenken.

Grandioses Comeback

Vier Wochen nach seinem vielbeachteten Sieg bei der Players Championship unterstrich der Deutsche, dass er seine jahrelange Krise überwunden hat. Nicht zuletzt durch seine neue Leichtigkeit. SHOP: Jetzt Golfartikel kaufen

"Wir können eine Menge Dinge, die auf dem Platz passieren, nicht kontrollieren. Genau das habe ich in den vergangenen drei Jahren aber versucht. Du musst einfach dein Spiel spielen, mit Gefühl und Herz. Und das tue ich ich jetzt", sagte Kaymer.

Bei der US Open trat er den eindeutigen Beweis an, dass er diese Erkenntnis auch umsetzen kann.

"Nehmt ihn raus"

Vom ersten Moment an spielte Kaymer furios auf und sorgte mit seinen beiden 65er-Runden für einen US-Open-Rekord. "Nehmt ihn raus, und wir haben ein großartiges Turnier", hatte der Engländer Justin Rose bei Halbzeit scherzhaft gefordert.

Der Titelverteidiger beendete das Turnier mit zwölf Schlägen Rückstand als Zwölfter und lag damit gleichauf mit dem Ratinger Marcel Siem, der das bestes Major-Ergebnis seiner Karriere erzielte.

"Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, es bringt mich ein Stück weiter", sagte Siem, der sich zusätzlich über cirka 115.000 Euro freuen durfte. 60. wurde Alex Cejka, Maximilian Kieffer war am Cut gescheitert.

"Martin hat in einer eigenen Liga gespielt"

Nach leichten Schwächen am dritten Tag präsentierte sich Kaymer auf der Schlussrunde bestens erholt und degradierte die Konkurrenz zu Statisten. Flightpartner Rickie Fowler meinte resigniert: "Natürlich wollte ich gewinnen, aber Martin hat in einer eigenen Liga gespielt."

Auf den letzten neun Löchern musste Kaymer bei einem Vorsprung von fünf Schlägen nicht nur gegen die Konkurrenz, sondern auch gegen sich selbst kämpfen.

"Der Körper sagte mir, lass es ruhig angehen. Doch ich wollte aggressiv bleiben, und das habe ich geschafft. Darauf bin ich stolz", sagte Kaymer.

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