Martin Kaymers Trainer Günter Kessler hat vor überzogenen Erwartungen an den neuen deutschen Golfstar gewarnt.

"Wir machen unser Ding weiter, wir bleiben da wo wir sind: auf dem Boden der Tatsachen", sagte der 53-Jährige der "Süddeutschen Zeitung".

"Wir haben unsere Ziele und versuchen sie abzuarbeiten in einem Zeitraum, den wir für angemessen halten."

Kessler ist Trainer in der Golfanlage Hummelbachaue bei Neuss und arbeitet seit 1997 mit Kaymer zusammen. Der erste Major-Sieg seines Schützling am Sonntag bei der PGA-Championship in den USA hat ihn nicht überrascht.

"Es war eine Frage der Zeit. Wir haben seit vier Jahren von ihm nur einen Vorwärtsgang erlebt", sagte Kessler.

Kaymer habe den richtigen Kopf zwischen den Schultern, seine Einstellung und sein Umfeld seien optimal. "Mit 14 hat er sich entschieden: Golf, das ist es. Er hat es durchgezogen."

Richtig nervös hat Kessler seinen Musterschüler erst einmal erlebt.

"Vor seinem ersten Masters-Auftritt in Augusta hatte er die Übungsrunde mit Bernhard Langer, Jack Nicklaus und Gary Player. Da wurde ihm wärmer ums Herz", sagte Kessler.

Ob Kaymers mit 1,35 Millionen Dollar belohnter Major-Sieg das deutsche Golf in neue Sphären führt, liegt nach Meinung Kesslers am Verband.

Dieser müsse sich mehr öffnen, um etwas zu bewegen. "Golf ist in vielen Bereichen noch zu teuer für junge Leute", sagte der Trainer. Außerdem seien viele gute Amateure teilweise zu hoch gelobt und überfüttert.

Das sei ein deutsches Phänomen.

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