Die Kanadierin Isabelle Beisiegel hat am Freitag Golf-Geschichte geschrieben. Als erste Proette konnte sich die 32-Jährige aus Montreal für eine offizielle Herren-Tour qualifizieren.

Beisiegel sicherte sich bei der Qualifikation in Parksville in der Provinz British Columbia mit dem neunten Rang nach vier Runden einen Startplatz für die Kanada-Tour. "Das ist überwältigend, ich kann es kaum glauben", sagte Beisiegel nach dem Coup.

Sie habe sich vor dem Schlusstag ganz auf sich konzentrieren wollen. "Ich habe mich fokussiert darauf, wo ich stehe, und nicht darauf, was passieren könnte. Ich dachte mir: Egal was passiert, es ist okay", sagte Isabelle Beisiegel, die Ende 2005 eine schwere Zeit zu überstehen hatte.

Damals war bei ihr ein Morbus Basedow festgestellt worden, eine Autoimmunkrankheit der Schilddrüse. Diese musste operativ entfernt werden. Anschließend begann eine langwierige Hormonbehandlung. Seit 2008 gilt sie als vollständig geheilt.

Der Kampf der Geschlechter im Golf hat in der Vergangenheit einige Male stattgefunden, allerdings waren dies nur punktuelle Auftritte von Proetten, die Einladungen für Starts bei Herren-Turnieren erhielten. Zuletzt war dies bei Michelle Wie der Fall.

Die Hawaiianerin, in den Anfängen als weiblicher Tiger Woods gefeiert, schaffte nach mehreren vorangegangenen Anläufen 2006 im südkoreanischen Incheon als erste Frau seit Babe Zaharias 1945 den Cut bei einem Profiturnier der Herren.

Auch die einst überragende Schwedin Annika Sörenstam hatte das Duell mit den Männern gesucht.

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