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Der THW Kiel steht in dieser Saison bereits als Deutscher Meister fest © getty

Trotz Hamburgs Niederlage in der Champions League steht die Bundesliga mit Kiel, Nordhorn und Gummersbach vor dem totalen Trumph.

München - Drei Finals, drei Titelchancen:

Der deutsche Handball-Meister THW Kiel, der einst ruhmreiche VfL Gummersbach und die insolvente HSG Nordhorn stehen in Europa vor dem großen Wurf.

Nur der HSV Hamburg scheiterte im Halbfinale in der Champions League erneut an Titelverteidiger Ciudad Real und verpasste damit das deutsche Traumfinale gegen Kiel. 100366(DIASHOW: die Halbfinals)

Insolvente Norhorner vor Titelgewinn

Dafür zogen am Wochenende die Nordhorner im Pokalsiegerwettbewerb gegen die Kadetten Schaffhausen ins Endspiel ein und greifen ein Jahr nach dem Sieg im EHF-Pokal nach dem nächsten Titel.

Im EHF-Cup hatte der VfL bereits am Freitag sein erstes internationales Finale seit 26 Jahren erreicht. 2007 hatten deutsche Klubs mit dem THW in der Champions League, dem HSV im Pokalsiegerwettbewerb und dem SC Magdeburg im EHF-Pokal erstmals alle drei Trophäen geholt.

HSV verspielt Finaleinzug

Der starke HSV verspielte erst in den Schlussminuten vor 4056 Zuschauern in der Quijote Arena mit einer 31:33 (15:15)-Niederlage den ersehnten Finaleinzug (HSV-Kampf nicht belohnt). Die Mannschaft von Trainer Martin Schwalb hatte bereits das Halbfinal-Hinspiel gegen die Spanier in eigener Halle 29:30 verloren.

"In den letzten fünf Minuten haben ein, zwei Fehler zur Entscheidung geführt, trotzdem bin ich mit meinem Team sehr zufrieden", sagte Schwalb.

Noch sieben Minuten vor dem Ende führte sein Team 28:27, ehe das spanische Starensemble um Olafur Stefansson auf 31:28 davonzog und die Vorentscheidung schaffte. Olympiasieger Bertrand Gille (7) und Pascal Hens (6) waren die besten Werfer für die Deutschen.

Am 24. Mai in Kiel und eine Woche später in Ciudad wird die Neuauflage des Vorjahrfinals ausgetragen. Die Kieler hatten schon am Donnerstag gegen die Rhein-Neckar Löwen nach dem Kantersieg im Hinspiel (37:23) trotz einer 30:31-Niederlage das Finale erreicht. (Kiel trotz Niederlage im Finale)

Zwangsabsteiger erobert Europa

Während die 150 mitgereisten Hamburger Fans enttäuscht die Heimreise antraten, feierten 3500 Zuschauer im Nordhorner Euregium einen in dieser Saison nicht mehr für möglich gehaltenen Kraftakt ihres Teams.

In der Liga steht die HSG nach Eröffnung eines Insolvenzverfahrens als Zwangsabsteiger fest, in Europa greift der Klub vor dem Abgang von der großen Bühne Ende Mai gegen BM Valladolid aus Spanien nun noch nach dem zweiten Titel der Vereinsgeschichte.

Auch Nationalspieler Holger Glandorf, der die HSG wie einige andere Spieler aufgrund der finanziellen Notlage schon Richtung TBV Lemgo verlassen hat, war als Tribünengast gegen freilich schwache Schweizer begeistert von seinem Ex-Team. "Der Sieg war völlig verdient. Nordhorn hat gekämpft bis zum Umfallen, ich freue mich für die Jungs."

"Es ist fast historisch"

Der VfL Gummersbach hatte schon am Freitag trotz einer 28:32-Niederlage bei BM Aragon das Weiterkommen perfekt gemacht. Das 14-Tore-Polster vom 39:25 aus dem Hinspiel geriet dabei nie in Gefahr.

"Es ist fast historisch: Wir sind im Finale des EHF-Pokal. Wir haben ein Ziel erreicht, dass wir beim VfL seit über einem Vierteljahrhundert nicht erreicht haben", sagte VfL-Geschäftsführer Francois-Xavier Houlet.

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