In seiner Kolumne fordert Florian Kehrmann die Aufklärung des Manipulationsskandals. Zudem freut sich er sich für die deutschen Klubs.

Liebe Handball-Freunde,

zunächst möchte ich den drei Mannschaften aus Nordhorn, Kiel und Gummersbach zum Finaleinzug im Europapokal gratulieren. Wir haben das mit dem TBV Lemgo leider nicht geschafft.

Auch Hamburg wäre ja beinahe ins Finale gekommen. Andererseits finde ich, dass ein Champions-League-Endspiel immer einen besonderen Reiz hat, wenn Mannschaften aus verschiedenen Ländern gegeneinander antreten.

Unsere Chancen im nächsten Jahr selbst in der "Königsklasse" zu spielen sind aktuell nicht perfekt. Wir stehen auf dem undankbaren vierten Platz, werden aber versuchen, von Sieg zu Sieg zu eilen und damit die Rhein-Neckar Löwen und den HSV noch unter Druck zu setzen.

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Aus eigener Kraft können wir es nicht schaffen. Trotzdem schauen wir jetzt nicht auf die anderen, sondern konzentrieren uns auf unsere Aufgaben.

Wir haben jetzt zwei ganz schwere Spiele gegen Nordhorn und Flensburg vor uns. Von denen hängt sehr viel ab.

Und dann folgt ja auch noch das Derby gegen Minden, wo es immer heiß hergeht. Wenn wir jetzt alle Partien gewinnen und trotzdem "nur" Vierter werden, dann haben wir dennoch eine tolle Saison gespielt, auf die wir dann auch stolz sein können.

Abseits des Platzes geht es weiter hoch her: Der Manipulationsskandal wirft weite Schatten. Ich muss sagen, dass mir das langsam auf die Nerven geht.

Es ist wirklich schade. Gerade zum Ende der Saison stehen so viele sportliche Highlights an - das Final Four, die Finals in den europäischen Wettbewerben. Aber Alles wird irgendwie überschattet.

Das tut dem Handball nicht gut. Ich glaube, dass gerade die Menschen, die nicht eingefleischte Fans sind, sondern nur Interessierte, dadurch nur noch die negativen Schlagzeilen mitbekommen. Das schadet unserer Sportart.

Es regt mich sehr auf, dass dieses ganze Thema so in die Länge gezogen wird. Ich denke, man muss jetzt mal Taten folgen lassen. Die Wahrheit muss jetzt bald auf den Tisch kommen, egal wie sie aussieht. Sollte das nicht passieren, dann werden wir da noch lange Zeit den Schaden davontragen.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 31, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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