In seiner Kolumne gratuliert Florian Kehrmann dem THW Kiel zum Pokalsieg und spricht über das anstehende Spiel gegen Flensburg.

Liebe Handball-Freunde,

zuerst möchte ich dem THW Kiel meine Glückwünsche aussprechen. Ich finde es wirklich imponierend, dass die Mannschaft trotz der Querelen um den Verein auf einem derart hohen Niveau spielt und das Final Four bestimmt hat.

Bei uns in Lemgo sieht es derzeit nicht ganz so rosig aus.

In Nordhorn haben wir einfach schlecht gespielt. Wir haben vor allem in der Deckung überhaupt nicht in unser Spiel gefunden.

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Die kommende Partie in Flensburg ist jetzt ganz wichtig. Wir wollen nächste Saison unbedingt europäisch spielen, aber hinter uns lauern noch einige gute Mannschaften.

Die Flensburger spielen eine sehr harte Deckung, und versuchen immer über den Gegenstoß ins Spiel zu kommen. Da dürfen wir uns nicht aufreiben.

An die Champions League denken wir aber nicht. Die wurde ans angedichtet, weil wir so gut standen. Aber im Moment müssen wir uns wieder auf uns konzentrieren, von Spiel zu Spiel denken und am besten jedes gewinnen. Dann schauen wir mal, welcher Tabellenplatz dabei herausspringt.

Vor Nordhorn haben wir zu viel auf die anderen Teams geschaut. Das ist, wie man sehen konnte, nach hinten los gegangen.

Natürlich muss man einen kurzen Blick auf die Rhein-Neckar Löwen und den HSV Handball richten. Denn um die Königsklasse zu erreichen, müssen wir noch mindestens eine der beiden Mannschaften überholen. Aber das wird sehr, sehr schwer.

Ich gehe nämlich davon aus, dass der HSV mit dem relativ leichten Restprogramm, das durchzieht und am Ende, wie im Moment auch, mit 15 Minuspunkten dasteht.

Noch mal zurück zum Final Four: Ich muss sagen, dass mich Gummersbach wirklich überrascht hat.

Dass der VfL den HSV Handball in eigener Halle so deutlich schlägt, hätte ich wirklich nicht gedacht. Aber der Pokal hat eben seine eigenen Gesetze.

Der verdiente Sieger war natürlich wieder der THW Kiel.

Solch ein Format hat mein TBV noch nicht, aber man hat diese Saison gesehen, dass wir dabei sind, in die Spitze der Bundesliga vorzustoßen.

Es ist klar, dass es nach ganz oben nicht so schnell geht. Aber wir haben eine Mannschaft mit sehr viel Perspektive. Ich bin mit 31 einer der Erfahrenen und Ältesten. Das ist ein Indiz dafür, dass die Mannschaft sehr viel Perspektive und Zukunft hat.

Es macht viel Spaß an so einem Projekt teil zu haben, und dementsprechend spiele ich hier sehr gerne. Und ich habe auch noch große Ziele mit dem TBV.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 31, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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