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Frank Lemme (l.) und Bernd Ullrich pfiffen das olympische FInale 2008 © imago

EHF-Präsident Tor Lian will der Untersuchungskomission "nicht vorgreifen" und prangert die Drohgebärden der Kieler Konkurrenz an.

Wien - Die Europäische Handball-Föderation (EHF) hat eine Begnadigung der unter Bestechungsverdacht stehenden deutschen Handball-Schiedsrichter Frank Lemme und Bernd Ullrich abgelehnt.

"Das können wir derzeit leider noch nicht. Der Fall ist nicht endgültig abgeschlossen, und ich will den Ergebnissen der Untersuchungs-Kommission nicht vorgreifen", sagt EHF-Präsident Tor Lian der "Handball-Woche".

Der Norweger hofft auf eine zeitnahe Entscheidung.

Lian: "Ich weiß, die Situation ist unbefriedigend und vor allem für Frank Lemme und Bernd Ullrich sehr schwierig. Wir werden alles tun, um den Vorgang komplett aufzuklären."

50.000 Dollar in bar

Das Top-Gespann Lemme/Ullrich ist aufgrund der Vorfälle vom April 2006 national wie international suspendiert. Damals hatten russische Zollbeamte am Moskauer Flughafen 50.000 Dollar Bargeld in Ullrichs Gepäck gefunden (Lawrow entlastet Lemme/Ulrich) .

Die beiden Magdeburger hatten am Tag zuvor das Finalrückspiel um den Europapokal der Pokalsieger zwischen Medwedi Moskau und BM Valladolid geleitet.

Der Deutsche Handball-Bund (DHB) hatte Lemme/Ullrich bei einer Anhörung vor zwei Monaten in erster Linie angelastet, dass sie die Geschehnisse rund um das Spiel nicht gemeldet haben (DHB suspendiert Skandal-Schiris).

Kein Verständnis für Drohgebärden

Kein Verständnis zeigte EHF-Boss Lian im Zuge der Manipulationsaffäre um den THW Kiel für die Drohgebärden der Konkurrenten des Rekordmeisters (Kopfschmerzen trotz Titelflut).

"Es kann und darf nicht sein, dass Vereine andere Vereine bestrafen wollen und anklagen, wie zuletzt in Deutschland geschehen", meinte Lian.

Vor allen Dingen die Rhein-Neckar Löwen und der HSV Hamburg hatten die Kieler zuletzt attackiert und sowohl einen Punktabzug als auch eine internationale Sperre gefordert.

Hoffnungen in "Integritäts-Programm"

Lian setzt bei der Krisen-Prävention große Hoffnungen in ein "Integritäts-Programm", in das sowohl die Schiedsrichter als auch die Klub-Manager und Präsidenten der einzelnen Verbände einbezogen sind.

"Es gibt einen Kurs über Krisen-Management. Die Betroffenen bekommen einen Fahrplan an die Hand, was in welchem Fall zu tun ist. "

Zudem will die EHF eine Gruppe Spitzen-Schiedsrichter benennen, die sich nur mit den Top-Partien beschäftigen. Auch eine Erhöhung der Vergütung für die Referees war bereits beschlossen worden.

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