In seiner Kolumne schreibt Florian Kehrmann über die bittere TBV-Niederlage in Flensburg und die Chancen der deutschen Klubs in Europa.

Liebe Handball-Freunde,

die Niederlage meines TBV Lemgo in Flensburg tut natürlich weh. Wir haben es am Ende fast noch geschafft, das Spiel umzubiegen - aber eben nur fast. Bei einer Spitzenmannschaft darf man in der entscheidenden Phase keine Fehler machen. Das ist uns leider nicht gelungen.

Viele haben sich über die Schiedsrichter aufgeregt, aber ich glaube, so zweifelhaft waren die Entscheidungen gar nicht. Vielleicht war etwas zu wenig Fingerspitzengefühl dabei, wenn man eine Mannschaft wegen einer Aktion mit insgesamt sechs Minuten Zeitstrafe belegt.

Wir müssen daraus lernen und schauen, dass uns das nicht noch mal passiert. Wenn wir uns schon so herangekämpft haben, müssen wir auch einen Erfolg verbuchen.

[image id="5f8b6b16-65eb-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Die Qualifikation zur Champions League ist damit in weite Ferne gerückt. Auf uns warten jetzt drei Spiele, die wir gewinnen müssen, um sicher im Europapokal dabei zu sein. Von mehr brauchen wir nicht zu reden.

Zunächst haben wir ein Spiel gegen Balingen zu Hause, das eine Pflichtaufgabe ist. Und das werden wir auch gewinnen - dann sieht die Tabelle schon wieder anders aus. Danach spielen wir noch in Minden und zu Hause gegen Gummersbach. Gut für uns: Die Konkurrenz tritt teilweise noch gegeneinander an.

Erfreulich ist natürlich, dass drei deutsche Teams in den Finalspielen der drei europäischen Wettbewerbe stehen.

Meiner Meinung nach ist Kiel in der Champions League Favorit gegen Ciudad Real. Kim Andersson ist wieder zurück, dadurch haben sie noch eine Alternative mehr.

Gummersbach hat sehr souverän im Pokal gespielt und ist auch in der Liga gut dabei. Ich glaube, der VfL ist eine Mannschaft, die sich auf den Punkt motivieren kann. Velenje ist zwar ein ganz starkes Team, aber durchaus schlagbar. Für mich ist Gummersbach ebenfalls favorisiert.

Bei Nordhorn wird es wahrscheinlich darauf ankommen, wie die HSG kräftemäßig mithalten kann. Sie haben keinen großen Kader und die Saison ist schon sehr lang. Trotzdem glaube ich, dass die Chancen nicht schlecht stehen. Nordhorn kann eine klasse Deckung spielen und wenn das Torhütergespann gut hält, haben sie auch gegen Valladolid eine Chance.

Aber worauf ich mich zunächst einmal freue: In Lemgo haben wir nach dem Balingen-Spiel in der Lipperlandhalle die Players-Night. Am Ende der Saison ist es ganz gut, ein bisschen lockerer nach so einem Spiel zu sein und den Fans die Gelegenheit zu geben, hautnah dabei zu sein. Donnerstag ist Feiertag und da bietet es sich natürlich an, eine Party steigen zu lassen!

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 31, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel