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Der Kieler Markus Ahlm (M.) gegen zwei Hamburger © getty

Dank seines Keepers gewinnt der THW Kiel durch den Erfolg über den HSV in München zum fünften Mal den Supercup.

München - Der Deutsche Meister THW Kiel hat zum fünften Mal den Supercup gewonnen und die nationale Konkurrenz drei Tage vor dem Bundesliga-Start das Fürchten gelehrt.

Die Mannschaft des neuen Trainers Alfred Gislason bezwang Pokal-Finalist HSV Hamburg in München 33:28 (17:14) und ist nun alleiniger Rekordsieger des zum 15. Mal ausgetragenen Wettbewerbs.

"Man hat gesehen, dass noch nicht alles zusammenpasst bei uns", sagte Gislason nach seinem ersten Pflichtspiel.

Trotz des klaren Sieges erwartet er in der kommenden Saison ein enges Titelrennen mit dem HSV als Rivalen: "Hamburg hat unglaublich aufgerüstet. Da müssen wir uns noch verbessern, um bestehen zu können."

Ohne Karabatic

Auch ohne den angeschlagenen Welthandballer und Olympiasieger Nikola Karabatic hatte Kiel das Duell mit einem der wohl schärfsten Titelrivalen über weite Strecken im Griff.

Hamburg war dagegen die zu kurze Vorbereitungszeit nach dem erst vor einer Woche beendeten olympischen Turnier in Peking anzumerken. Für den HSV war es bei der dritten Supercup-Teilnahme die erste Niederlage.

Um Punkt 15 Uhr wurde die neue Spielzeit mit einer kleinen Zeremonie offiziell eröffnet, bei der sich 18 Münchner Kinder mit den Trikots der Bundesligisten den 8200 Zuschauern in der Olympiahalle präsentierten.

Kiel zieht gleich davon

Wie schon im vergangenen Jahr war die Arena auch bei der vierten Supercup-Auflage in der bayerischen Landeshauptstadt nicht ganz ausverkauft.

Die Kieler Weltauswahl störte sich jedoch nicht an der mageren Kulisse und begeisterte ihre Anhänger von Beginn an mit Handball vom Feinsten.

Hamburg hatte dem Kieler Angriffswirbel zunächst nur wenig entgegenzusetzen, die Zebras zogen gleich 3:0 davon. Auf der anderen Seite biss sich der HSV-Angriff an der starken Abwehr des deutschen Meisters immer wieder die Zähne aus.

Omeyer überragt

Wenn Hamburg doch mal zum Abschluss kam, war oft Olympiasieger Thierry Omeyer im Kieler Tor zur Stelle - zudem traf Hamburg allein in der ersten Hälfte viermal Aluminium. Omeyer war vor allem in der Schlussphase mit einigen Paraden der Garant des Erfolgs.

So baute Kiel seine Führung auf zwischenzeitlich sechs Tore (8:2, 13:7) aus. Von HSV-Neuzugang Blazenko Lackovic, der den verletzten Nationalspieler Pascal Hens ersetzen soll, war in dieser Phase kaum etwas zu sehen.

Schröder bester HSV-Spieler

Dem herausragenden Rechtsaußen Stefan Schröder hatte es der HSV zu verdanken, dass er doch wieder heran kam.

Matthias Flohr glückte in der 34. Minute sogar der erstmalige Ausgleich (18:18) und brachte so endlich Spannung in die Partie.

Zahlreiche Wechsel beider Teams sorgten für eine hektische Schlussviertelstunde, in der Hamburg dem Favoriten das Leben etwas schwerer machte als zu Beginn - der Sieg des THW war aber nicht gefährdet.

Lövgren erfolgreichster Kieler Schütze

Kiel hatte seine besten Werfer in Stefan Lövgren mit sieben Toren. Beim HSV traf Schröder (8) am häufigsten.

Hier zeigte aber auch Nationalkeeper Jogi Bitter seine Klasse. Auch er ermöglichte den Hamburger, den Anschluss zu finden.

Karabatic in Paris empfangen

Nikola Karabatic wollte wegen seiner Verletzung auf Nummer sicher gehen und verzichtete auf den Einsatz. Noch in den vergangenen Tagen wurde der Olympiasieger mit dem französischen Team in Paris begeistert gefeiert.

Karabatic: "Jetzt muss ich mal sehen, wie es in Kiel auch unter dem neuen Trainer Gislason läuft. Aber wir werden sehen, dass wir die gute Arbeit von Noka Serdarusic fortsetzen."

Das Stenogramm

THW Kiel - HSV Hamburg 33:28 (17:14)Tore: Lövgren (7/5), Jicha (6), Lundström (6), Zeitz (4), Kavticnik, Anic, Klein, Andersson (je 2), Ahlm, Lund für KielSchröder (8), Lijewski, Grundsten, Lackovic, Betrand Gille (je 3), Jansen, Niemeyer, Flohr (je 2), Guillaume Gille, Grimm für HamburgZuschauer: 8200 in München

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