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Alfred Gislason
THW-Coach Alfred Gislason rechnet mit einem Herzschlagfinale gegen Ciudad Real © getty

Nach Nordhorns Scheitern im Pokalsieger-Wettbewerb haben zumindest noch Kiel und Gummersbach den ganz großen Wurf vor Augen.

München - Zumindest noch ein deutsches Handball-Duo setzt am Pfingst-Wochenende zum ganz großen Wurf an. (DATENCENTER: Alle Wettbewerbe)

Meister THW Kiel will sich in der wohl schwierigsten Saison der Vereinsgeschichte ein zweites Mal Europas Handball-Krone aufsetzen, der VfL Gummersbach eine 18 Jahre andauernde Durststrecke beenden.

Dagegen hat die HSG Nordhorn vor dem Zwangsabstieg die große Chance vertan, noch einmal eine große Party feiern:

Im dramatischen Final-Rückspiel um den Pokal der Pokalsieger verloren die Grafschafter beim spanischen Vertreter Pevafersa Valladolid mit 23:24 - und verpassten nach dem 31:30-Hinspiel den Titel nur wegen der weniger erzielten Auswärtstore. (zum Artikel)

Gislason rechnet mit Herzschlagfinale

Nach einer von Manipulationsvorwürfen überschatteten Spielzeit geht der deutsche Rekordmeister Kiel nach dem 39:34 im Hinspiel gegen Titelverteidiger Ciudad Real mit einem Polster von fünf Toren in das Final-Rückspiel der Champions League am Sonntag in Spanien (18 Uhr LIVESCORES)

Doch nach der Meisterschaft und dem DHB-Pokal ist das Triple für Erfolgstrainer Alfred Gislason längst nicht unter Dach und Fach.

"Die Entscheidung fällt in Ciudad, höchstwahrscheinlich erst in den letzten Sekunden", sagt der Isländer (Filip Jicha im Sport1.de-Interview) .

"Löwe" fordert Steigerung

Auch für Kapitän Stefan Lövgren geht der Traum vom zweiten Triple nach 2007 nur mit einem Stück harter Arbeit in Erfüllung.

"Fünf Tore Vorsprung sind zwar eine gute Ausgangsposition für uns, aber das kann sich auch schnell ändern. Wir müssen mindestens so gut wie im Hinspiel auftreten, wenn nicht noch besser spielen", fordert er.

Für den Schweden ist das Endspiel in der Königsklasse das drittletzte Pflichtspiel bei den "Zebras", bevor der 38-Jährige seine Karriere nach zehn Jahren in Kiel beendet (Der alte Schwede sagt "Hej da").

VfL mit guten Chancen

Deutlich weiter zurück in den Handball-Geschichtsbüchern findet sich der letzte große Erfolg des VfL Gummersbach (VfL mit einer Hand am Cup - dünnes Polster für Nordhorn).

Der Traditionsklub hat im EHF-Pokalfinale nach dem 29:28 beim slowenischen Tabellenführer RK Gorenje Velenje die große Chance, am Pfingstmontag (18.30 Uhr LIVESCORES ) erstmals seit 26 Jahren wieder einen Sieg im Europapokal zu feiern.

Mit der Meisterschaft 1991 liegt der letzte Titel überhaupt auch bereits 18 Jahre zurück.

Brand drückt die Daumen

Trainer Sead Hasanefendic sieht sein Team nach der langen Durststrecke auf einem schmalen Grat: "Ich hoffe, sie werden deswegen nicht überdrehen. Die Motivation ist wichtig, aber es kommt auf die Dosis an."

1983 hatten die Gummersbacher mit dem fünften Sieg im Europacup der Landesmeister die bislang letzte internationale Trophäe ins Oberbergische geholt. Einer der großen VfL-Helden damals war Heiner Brand.

Der Bundestrainer wird es sich daher wohl nicht nehmen lassen, den möglichen Triumph zusammen mit mehr als 10..000 Zuschauern in der Kölner WM-Arena zu verfolgen.

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