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Frank Habbe spielte in der Bundesliga bei GWD Minden und in Wilhelmshaven © imago

Der TSV muss sieben Tore gegen Friesenheim aufholen. Im Sport1.de-Interview spricht TSV-Kreisläufer Frank Habbe über das Rückspiel.

Das Gespräch führte Jessica Pulter

München/Hannover - Sieben Tore Rückstand hat sich der TSV Hannover-Burgdorf am vergangenen Freitag eingebrockt, als das Team mit 24:31 bei der TSG Friesenheim verlor.

Doch der Zweite der Zweiten Bundesliga Nord glaubt trotzdem noch an den Aufstieg (Rückspiel, Sa, ab 1930 Uhr LIVESCORES).

"Die Relegation der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass manchmal sogar zehn Tore Vorsprung nicht ausreichen", erklärte TSV-kreisläufer Frank Habbe bei Sport1.de. "60 Minuten sind lang, und wenn wir gut ins Spiel reinfinden, ist alles möglich."

Im Sport1.de-Interview spricht der 31-Jährige über die Fehler im Hinspiel, den Druck auf der Mannschaft und die Aufholjagd der Niedersachsen.

Sport1.de: Herr Habbe, sieben Tore sind eine Menge. Lässt sich das noch aufholen?

Frank Habbe: Wir haben in Friesenheim in 60 Minuten mit sieben Tore verloren, aber es sind noch mal 60 Minuten zu spielen. Ich sehe keinen Grund, warum wir das Rückspiel nicht auch mit sieben oder acht Toren gewinnen können.

Sport1.de: Das Hinspiel zählte zu den schlechtesten Leistungen, die Hannover-Burgdorf in der gesamten Saison gezeigt hat. Was genau ist falsch gelaufen?

Habbe: Da haben mehrere Teile unseres Gesamtkonzepts nicht gepasst. Gerade in der Phase zum Schluss der Saison haben wir eine Serie von zehn Siegen in Folge eingefahren. Da haben wir bewiesen, dass wir es auch anders können. Im letzten Spiel der Saison wollen wir das jetzt nochmal abrufen und haben hoffentlich genug aus den Fehlern des Hinspiels gelernt, um das Optimum zu geben.

Sport1.de: Sie selbst haben beim Hinspiel krankheitsbedingt gefehlt, Torhüter Alexander Hübe und Robertas Pauzuolis gingen angeschlagen in die Partie. Resultierte die Niederlage auch von der Verletztenliste?

Habbe: Die gesundheitlichen Probleme bei zwei, drei Spielern waren da, aber das darf nicht als Entschuldigung gelten. Wir konnten unsere eigene Stärke, die Abwehr, nicht richtig zur Geltung bringen. Das hat einfach nicht funktioniert. Zudem fehlten uns Torwartparaden, auf die wir sonst immer bauen konnten. Da gerät man bei Tempogegenstößen schnell mal in Probleme. Zudem war die Stimmung in der Halle wie ein Hexenkessel, und da fällt schnell ein Tor nach dem anderen.

Sport1.de: Am Samstag können Sie Ihre Mannschaft wieder unterstützen. Gehen Sie deshalb besonders motiviert in die Partie?

Habbe: Motiviert bin ich immer, aber das Spiel ist nochmal ganz speziell. Seit September des letzten Jahres arbeiten wir auf diese Partie hin. Wir wollten in die Relegation, und jetzt wollen wir auch die Früchte unserer monatelangen Arbeit ernten.

Sport1.de: Der TSV hat sich bereits mit bundesligaerfahrenen Spielern für die kommende Saison verstärkt und damit die Weichen für die Erste Klasse gestellt. Steht man deshalb besonders unter Druck, den Aufstieg noch zu schaffen?

Habbe: Ein Muss wäre der Aufstieg erst in der nächsten Saison. Das hat der Verein langfristig als Ziel ausgegeben. Aber wenn man schon mal so dicht dran ist, es auch ein Jahr früher zu schaffen, will man diese Chance wahrnehmen. Der Druck ist aber noch nicht so groß, wie er in der kommenden Saison sein würde.

Sport1.de: Wie sieht Ihre Prognose für Samstag aus. Bekommen die Hannoveraner nach dem Spiel Sekt oder Selters ausgeschenkt?

Habbe: Es wird viel davon abhängen, wie wir das Spiel gestalten können. Wir müssen versuchen, uns frühzeitig mit drei oder vier Toren abzusetzen, damit wir am Ende in der Zusammenrechung nah genug dran sind. Dann werden wir es auch packen und dürfen den Sekt aufmachen.

Sport1.de: Ein gutes Vorbild wäre da Ciudad Real, die im Champions-League-Finale noch den THW Kiel auf der Zielgerade abgefangen haben...

Habbe: Ja, genau. Kiel hat 105 Minuten alles richtig gemacht, doch dann hat Ciudad innerhalb von sechs Minuten das Spiel komplett gedreht. Die Relegation der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass manchmal sogar zehn Tore Vorsprung nicht ausreichen, wie 2006 als Wilhelmshaven gegen Dormagen noch den Klassenerhalt schaffte. 60 Minuten sind lang, und wenn wir gut ins Spiel reinfinden, ist alles möglich.

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