In seiner Kolumne beklagt Florian Kehrmann Lemgos Absacken im Saisonendspurt. Er schaut auf die europäischen Finals zurück.

Liebe Handball-Freunde,

die Saison meines TBV Lemgo ist letztlich nicht so verlaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wenn uns vor der Saison jemand gesagt hätte, dass wir Vierter werden und Teams wie Gummersbach, Flensburg und Magdeburg hinter uns lassen würden, hätten wir das wahrscheinlich angenommen.

Aber wir lagen über zwei Drittel der Saison auf Champions-League-Kurs, und erst auf der Zielgeraden ging uns die Puste aus.

Woran das lag, ist schwer zu sagen. Wir haben Spiele verloren, die wir nicht hätten verlieren dürfen. Nach dem Heimspiel gegen Gummersbach werden wir eine genauere Analyse betreiben.

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Durch Gummersbachs Triumph im EHF-Pokal hat die Bundesliga einen weiteren internationalen Startplatz erhalten. Vor dem letzten Spieltag sehe ich Göppingen knapp im Vorteil gegenüber den punktgleichen Magdeburgern. Frisch Auf hat das bessere Torverhältnis und mit Minden den leichteren Gegner.

Die beiden anderen Europapokal-Finals verliefen aus deutscher Sicht leider unglücklich. Kiel zog in Ciudad Real ebenso wie Nordhorn in Valladolid denkbar knapp gegen ihre spanischen Kontrahenten den Kürzeren.

Dennoch bin ich davon überzeugt, dass die Bundesliga nach wie vor die stärkste Liga der Welt ist. Vor allem in der Breite sehe ich die HBL vorne.

Besonders für Nordhorn tut mir die Niederlage im Pokalsieger-Cup leid, da sie nach dem Zwangsabstieg auf absehbare Zeit erst einmal nicht mehr die Chance haben werden, ein Europapokalfinale zu spielen.

Aber auch Kiel scheint nach dieser Saison vor einem Umbruch zu stehen, so dass gespannt sein darf, ob der THW in der kommenden Saison wieder so weit kommt.

Emotional wird es sicherlich auch, wenn Christian Schwarzer am Sonntag seine Karriere beendet. Vor seiner Karriere kann ich nur den Hut ziehen.

Was ?Blacky? für den deutschen Handball geleistet hat, ist nur schwer in Worte zu fassen. Ich hatte das Vergnügen, mit ihm sowohl beim TBV als auch in der Nationalmannschaft lange zusammenspielen zu dürfen und konnte dabei einiges von ihm lernen.

Ich hoffe, dass ihm viele Größen des Sports bei seinem Abschiedsspiel die Ehre erweisen.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 31, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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