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Hassan Moustafa leugnete noch im März, dass der Handball ein Korruptionsproblem habe © imago

Der umstrittene IHF-Präsident Moustafa ist seinen Chefkritiker los, der über "ein Tribunal" stöhnt. Der DHB feiert einen Erfolg.

Kairo - Der umstrittene Präsident Hassan Moustafa bleibt im Amt, und einen seiner größten Widersacher ist er los.

Der Wahlkongress des Handball-Weltverbandes IHF endete am Wochenende in Kairo mit einem vollen Erfolg für den Ägypter. (Moustafa: Stimmenkauf mit IHF-Millionen?)

"Ich bin 200 Tage im Jahr ehrenamtlich für den Handball unterwegs, dieser Einsatz wurde belohnt", sagte Moustafa nach seiner erneuten Wiederwahl für die kommenden vier Jahre und stellte klar: "Ich hatte mit einem so klaren Ergebnis gerechnet."

Namenloser Mühlenmatter-Nachfolger

Mit 115 Stimmen lag er weit vor seinem einzigen Gegenkandidaten Jeannot Kaiser (25). (Gegenkandidat für Moustafa)

Auch eine andere wichtige Personalie endete mit dem Triumph für Moustafa. Der Schweizer Generalsekretär Peter Mühlematter wurde nach fünf Jahren im Amt abgewählt, sein Nachfolger ist der kaum bekannte Franzose Joel Delplanque. (Moustafa schmettert Palastrevolution ab)

"Die Wahl gegen mich war schon vor dem Kongress eingefädelt und abgesprochen. Das hatte sich bald gezeigt. Das Votum des Präsidenten gegen meine Person zu Beginn des Kongresses erinnerte an ein Tribunal. Da hatte ich nicht den Hauch einer fairen Chance", sagte Mühlematter.

Kaiser 2014 kein Kandidat

Auch Kaiser erhob erneut schwere Vorwürfe gegen den Präsidenten. "Moustafa hatte alles bis ins kleinste Detail geplant und hat uns auch einige Knüppel in den Weg geworfen", sagte der Luxemburger, der trotz der klaren Niederlage nicht aufgeben will: "Wir werden weiter gegen Moustafa kämpfen, ich werde 2014 allerdings nicht mehr antreten."

Gemeinsam mit Peter Mühlematter hatte er bis zuletzt auf zahlreiche Verfehlungen des Ägypters hingewiesen, gegen den die Staatsanwaltschaft Basel ermittelt.

Laut IHF-Revisor Jürg Steib werden diese Ermittlungen allerdings bald mangels Beweisen eingestellt.

Terminkalender wird entzerrt

"Pharao" Moustafa hatte bei seiner Wahl Delegierte aller Kontinente hinter sich und betonte vor allem immer wieder die Nähe zum europäischen Verband EHF.

Aus Europa stammen somit auch die wichtigsten Präsidiumsmitglieder. Aus dem Deutschen Handball-Bund (DHB) als größtem Handballverband der Welt wurde Manfred Prause als künftiger Chef der Schiedsrichter neu gewählt.

Einen kleinen Sieg feierte der DHB zum Abschluss. Der 19-köpfige Rat des Weltverbands IHF wird sich auf einen DHB-Antrag hin mit einer Entzerrung des internationalen Terminkalenders sowie mit der Frage nach Entschädigungen für Vereine befassen.

2008 hatte bereits der Kongress der Europäischen Handball-Föderation EHF Entschädigungszahlungen für Vereine und Versicherungen der Spieler für die Dauer einer EM beschlossen.

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