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Uwe Schwenker leitet noch bis Ende Juni die Personalangelegenheiten des THW © getty

Die Ermittlungen im Bestechungsskandal um den THW stocken. Dass die Beschuldigten beharrlich schweigen, sei "ihr gutes Recht".

München - Die Ermittlungen gegen den unter Manipulationsverdacht stehenden THW Kiel drohen im Sande zu verlaufen.

Fast vier Monate, nachdem Vorwürfe laut wurden, der Champions-League-Gewinner von 2007 habe für den Sieg im Final-Rückspiel und in anderen internationalen Partien die Schiedsrichter bestochen, liegen der Staatsanwaltschaft Kiel kaum Beweise vor. (THW-Vorwürfe: Nielsen legt nach)

"Alle Beschuldigten sagen nach wie vor nichts. Das ist ihr gutes Recht", sagte der Kieler Oberstaatsanwalt Uwe Wick der "Hamburger Morgenpost" und schließt nicht aus, dass der ehemalige THW-Manager Uwe Schwenker und Ex-Trainer Zvonimir Serdarusic ungeschoren davonkommen. ("Wirre Äußerungen" von Schwenker)

Nur Polen antwortet

"Wenn wir die Sache nicht hinreichend klären können, stellen wir die Ermittlungen ein", zitierte die Zeitung Wick. Doch der wehrte sich daraufhin in den "Kieler Nachrichten": "Das habe ich so nie gesagt, ich bin falsch aus dem Zusammenhang zitiert worden. Ein Zeitfenster für das Ende der Untersuchungen gibt es nicht."

Es sei "klar, dass Geld geflossen ist. Wohin, das klären wir auf."

Doch aus dem Ausland sei die nötige Unterstützung bislang ausgeblieben. "Die entscheidenden Antworten aus vier ausländischen Staaten, bei denen wir ein Rechtshilfeersuchen gestellt haben, haben wir noch nicht bekommen."

Nur aus Polen erhielt die Behörde Post, allerdings müsste das Schreiben noch übersetzt werden.

Knotenpunkt Kroatien

Eventuell wendet sich die Staatsanwaltschaft nun an ausländische Regierungen, was aber nicht unbedingt zur Beschleunigung der Angelegenheit führen dürfte.

"Das läuft dann auf Ministerienebene ab und kann noch sehr lange dauern", räumt Wick ein.

Knotenpunkt sei dabei Kroatien - die Heimat des Spielerberaters Nenad Volarevic. Volarevic, ein Freund von Serdarusic aus Zagreb, soll kurz vor dem Finalrückspiel 2007 eine Überweisung in Höhe von 56.000 Euro erhalten und das Geld an die polnischen Referees Marek Goralczyk und Miroslaw Baum weitergeleitet haben. (Kiel findet Schwenker-Nachfolger)

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