vergrößernverkleinern
Von links: Uwe Schwenker, HSV-Boss Andreas Rudolph und Reiner Witte © getty

HBL-Präsident Reiner Witte übt im Fall des THW Kiel Selbstkritik, bezeichnet sich als naiv und hofft auf baldige Ergebnisse.

Dortmund - Reiner Witte, Präsident der Handball-Bundesliga (HBL), hat sich selbstkritisch zu seiner Rolle im Korruptionsskandal um den deutschen Rekordmeister THW Kiel geäußert.

"Ich hätte mich völlig heraushalten sollen. Die Entscheidung zum Umgang mit dem THW (THW-Vorwürfe: Nielsen legt nach) hat unser vorher einberufenes Gremium getroffen. Aber im Endeffekt ist es so, dass ich als Präsident die Verantwortung trage, den Kopf hinhalten muss", sagte Witte zu den "Ruhr Nachrichten".

"Ich habe mir beim Verlesen von HBL-Entscheidungen zum Thema Kiel keine Sorgen gemacht, weil ich damit nur zeigen wollte, dass ich vollständig hinter meinem Team stehe. Aber das war wohl etwas naiv", so der Präsident weiter.

Witte mit Schwenker befreundet

Eine Schädigung seiner Position als Liga-Präsident sieht Witte aber nicht.

Auch der letztendlich zurückgezogene Misstrauensantrag durch die SG Flensburg-Handewitt und die Rhein-Neckar-Löwen auf der HBL-Mitgliederversammlung am vergangenen Samstag habe keine Auswirkungen auf seine Stellung.

Die beiden Klubs hatten Witte aufgrund seiner Freundschaft zum früheren Kieler Manager Uwe Schwenker (Kiel findet Schwenker-Nachfolger) Befangenheit vorgeworfen.

"Große Rückendeckung"

"Beide Vereine haben ihre Anträge nach längerer Diskussion zurückgezogen, damit ist die Sache für mich erledigt", sagte Witte: "Es waren zwei Vereine, die ein Problem hatten. Zwei aus 54 Mitgliedern der ersten und zweiten Liga. Von allen anderen habe ich große Rückendeckung." ("Wirre Äußerungen" von Schwenker)

Bei den Ermittlungen im Korruptionsskandal erhofft sich Witte möglichst bald Ergebnisse der Staatsanwaltschaft: "Ich hoffe, dass sich die Sache aufklärt. Denn solange die Beschuldigten kein Geständnis zu irgendetwas abgeben, ist die Staatsanwaltschaft die einzige Institution, der wir Glauben schenken."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel