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Lemme (l.) und Ullrich wurden dreimal in Folge zum besten BL-Gespann gewählt © imago

Die EHF sperrt die deutschen Schiedsrichter Frank Lemme/Bernd Ullrich für fünf Jahre. Nun berät das DHB-Präsidium über den Fall.

Dortmund - Nach der Fünfjahressperre für die deutschen Top-Schiedsrichter Frank Lemme/Bernd Ullrich durch die Europäische Handball-Föderation EHF wird sich auch der Deutsche Handball-Bund (DHB) zeitnah mit dem Fall der Magdeburger beschäftigen (EHF sperrt Lemme/Ullrich) .

Das Duo ist derzeit auch national suspendiert.

"Wir werden kurzfristig das Geschäftsführende Präsidium des DHB zusammenrufen und entscheiden, welche Auswirkungen dieses Urteil für den Bereich des DHB hat", sagte DHB-Präsident Ulrich Strombach.

50.000 Dollar im Gepäck

Die EHF hatte Lemme/Ullrich aufgrund von Vorfällen um das Finalrückspiel um den Europapokal der Pokalsieger zwischen Medwedi Moskau und BM Valladolid am 29. April 2006 gesperrt.

Damals hatten russische Zollbeamte am Moskauer Flughafen 50.000 Dollar Bargeld in Ullrichs Gepäck gefunden (Lawrow entlastet Lemme/Ullrich) .

Lemme/Ullrich bestreiten jegliche Manipulation und geben an, reingelegt worden zu sein. Lemme erklärte zudem, vor dem Spiel von einem ihm bekannten Russen angesprochen worden zu sein. Dessen Angebot, das Finale zu manipulieren, habe er aber abgelehnt.

Keine Beanstandungen nach Videoanalyse

Die EHF lastete dem Duo nun an, den Vorfall nicht gemeldet zu haben. Gleiches hatte auch der Deutsche Handball-Bund (DHB) bei einer Anhörung moniert.

Zugleich wies der Verband am Freitag aber darauf hin, dass eine Videoanalyse des besagten Spiels von einer unabhängigen Expertenkommission laut EHF keine Beanstandungen an der Spielleitung ergeben habe.

Valladolid hatte die erste Partie vor eigenem Publikum mit sieben Toren Vorsprung gewonnen, in Russland jedoch mit acht Toren Differenz verloren.

Einspruch erwogen

Lemme und Ullrich ziehen nun offenbar einen Einsopruich gegen das harte Urteil in Erwägung. "Fünf Jahre Sperre nur dafür zu verhängen, dass wir den Vorfall nicht gemeldet haben, ist schon hart", so Ullrich zur "dpa".

HBL-Präsident Reiner Witte stärkte dem Gespann den Rücken: "Das überrascht mich. Das halte ich für überzogen." Der Funktionär zeigte vor allem Unverständnis dafür, dass der Verband gegen den russischen Serienmeister Medwedi "nur" eine Zwei-Jahres-Sperre auf Bewährung verhängte.

Witte: "Das zeigt, dass das nicht ganz ausgewogen ist. Dass der vermeintliche Nehmer höher bestraft werden soll als der vermeintliche Geber, verstehe ich nicht." Das Gespann hat nach der Urteilszustellung 21 Tage Zeit, Einspruch einzulegen.

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