In seiner Sport1.de-Kolumne schreibt Florian Kehrmann über die Saisonvorbereitung und die Erkrankung von Dominik Klein.

Liebe Handball-Freunde,

Die Saisonvorbereitung beim TBV hat begonnnen und ich bin schon ganz heiß auf die neue Spielzeit. Ich hatte das erste Mal seit zehn Jahren 5 1/2 Wochen Urlaub. Die Knochen schmerzen nicht und daher freu ich mich auch schon richtig auf den Spielbetrieb.

Bis jetzt haben wir alle sehr gut trainiert. Jetzt ist die härteste Zeit im Jahr, wir legen sehr viel Wert auf die körperliche Fitness.

Soweit ist alles sehr gut verlaufen. Aber die Nachricht über Martin Galias Sperre wegen einer positiven Dopingprobe war natürlich der Hammer. Das hat uns richtig geschockt. Deshalb ist die Stimmung derzeit am Boden. Wir hatten gehofft, dass er mit einer Verwarnung davonkommt. Jetzt müssen wir uns auf die neue Situation einstellen.

Wie wir weiter damit umgehen, ist Aufgabe des Vereins. Ich persönlich finde es natürlich sehr schade für den Menschen Martin Galia, weil er ein vorbildlicher Sportler ist und anscheinend durch ein Versehen in diese Mühle geraten ist.

Es ist so ausgelegt worden und damit muss man nun leben. Inwieweit der Verein oder die NADA Einspruch einlegt, muss man abwarten.

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Bis dahin war super Stimmung, wir haben alle sehr gut mitgezogen. Wir sind von der Fitness her gut drauf und trainieren sehr gut und hart. Bis auf Logi Geirsson, der Probleme mit seiner Schulter hat, und Holger Glandorf, den seine Hand plagt, sind alle im Training.

Der erste Prüfstein kommt mit dem Turnier in Bremen. Flensburg, Magdeburg und Hamburg sind dann unsere Gegner.

Davor haben wir noch ein paar Trainingsspiele. Solche Partien wie gegen VfS Warstein vor ein paar Tagen sind eine gute Abwechslung, weil man dann nicht zweimal am Tag trainiert, sondern auch etwas Abwechslung hat.

Dazu kommt dann immer noch die hervorragende Stimmung in den vollbesetzten Hallen: Man kann die Leute für den Handball begeistern, ihnen etwas bieten, und ihnen Profi-Handball nahebringen, den sie sonst im Jahr weniger zu sehen bekommen.

Für uns heißt es bei solchen Spielen: Gas geben! Da geht es weniger um taktische Spielchen sondern viel Laufen.

Aber jetzt zu den aktuellen Geschehnissen im Handball:

Es ist für mich natürlich schwer, zur Sperre gegen das Schiedsrichter-Duo Lemme/Ullrich etwas zu sagen. Die Manipulationsvorwürfe gegen die beiden aber auch gegen den THW Kiel stehen ja immer noch im Raum. Durch die Sommerpause wurde dieses Thema etwas verdrängt.

Ich hatte zuvor immer gesagt, man müsse alles aufklären und wenn nötig, auch Strafen aussprechen. Ob die Strafe jetzt in dem Maße gerechtfertigt ist, kann ich nicht beurteilen. Das müssen die Gerichte oder die IHF entscheiden.

Tatsache ist, dass es viele Ungereimtheiten gab. Diese Dinge müssen schnell vom Tisch, das muss abgeschlossen werden, egal wie am Ende das Resultat lautet.

Das andere Thema ist Dominik Klein und seine Erkrankung an der Schweinegrippe. Ich habe extra nicht mit ihm telefoniert, weil ich Angst hatte, dass die Viren dann durchs Telefon kommen. Nein, Blödsinn!

Das ist doch alles halb so wild, es wird nur in den Medien groß aufgegriffen. Es ist wie eine normale Grippe zu behandeln und dementsprechend für ihn auch nicht so gefährlich gewesen.

Gefährlicher für ihn ist vielmehr, dass er jetzt damit aufgezogen wird, weil er die Schweinegrippe hatte.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 32, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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