In seiner Sport1.de-Kolumne schreibt Florian Kehrmann über die Transfers in der Bundesliga und die Vorbereitung mit dem TBV.

Liebe Handball-Freunde,

die Bundesliga ist wieder um eine Attraktion reicher: Daniel Narcisse wechselt aus Chambery zum THW Kiel.

Er ist ein spektakulärer Spieler, der für den THW nach dem Abgang von Nikola Karabatic und Vid Kavticnik sicher eine Verstärkung darstellt.

Thorsten Storm, Manager der Rhein-Neckar Löwen, hat gesagt, der THW sei nun wieder so stark wie früher. Diese Aussage halte ich als Herausforderer aber für die falsche Einstellung.

Man muss sich das Ziel setzen, die Kieler zu schlagen und nicht gleich aufzugeben. Wir haben den THW letzte Saison einmal besiegt und wollen das auch wieder tun. Sie sind zwar der Favorit, aber warum sollen sie jetzt mit Narcisse auf einmal unschlagbar sein.

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Auch der HSV Hamburg hat sich teuer verstärkt. Domagoj Duvnjak soll die Verletzten Pascal Hens und Bertrand Gille ersetzen.

Beim Kroaten gab es Probleme in Zagreb, die ihn zum Wechsel nach Hamburg bewegt haben. Er verzichtet dabei auf sein ausstehendes Gehalt - sicher eine gute Entscheidung, dass er den Weg in eine starke Liga geht.

Für beide Transfers ist eine Gesamtsumme von 2,3 Millionen Euro im Gespräch. Für den deutschen Handball ist das sehr viel Geld. Viele behaupten natürlich jetzt die Entwicklung geht immer mehr Richtung Fußball, dass also die Verträge quasi nichts mehr Wert sind, außer ihren Ablösesummen.

Ich bin der Meinung man sollte Verträge einhalten, anstatt Spieler aus diesen für viel Geld herauszukaufen.

Wir beim TBV freuen uns jedenfalls, dass uns Jesper Larrson die nächsten Wochen unterstützen wird. Dabei hatten wir hatten nicht sehr viele Möglichkeiten, denn es ging ja darum, einen Torhüter zu finden, der uns für kurze Zeit bei einem sehr wichtigen Turnier aushelfen kann und der trotzdem auf hohem Niveau spielt.

Ich kenne Larsson schon länger aus der Bundesliga, habe viel gegen ihn gespielt und kann nur gutes über ihn sagen. Ich freue mich, dass er nach seinen Engagements in Nordhorn und Essen diesen Schritt in die Bundesliga noch einmal macht und uns hilft, denn er hat in seinem Verein in Schweden schon eine gute Position gefunden.

Ich möchte mich auch bei ihm und dem IFK Kristianstad bedanken, dass er uns so kurzfristig zur Verfügung steht.

Anfang September steht das Champions-League-Qualifikationsturnier in Leon an, wo uns noch ganze andere Dinge erwarten werden. Darauf liegt momentan unser Fokus. Aber wir dürfen auch nicht den Fehler machen, dort alles zu investieren, denn mit Magdeburg, Berlin und Düsseldorf erwarten uns zum Bundesliga-Auftakt auch harte Gegner.

Wir bereiten uns auf jeden Fall zweigleisig vor.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 32, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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