In seiner Kolumne bedauert Florian Kehrmann den Rauswurf von Baur und Stephan und erklärt, warum es ihn besonders trifft.

Liebe Handball-Freunde,

Der Rauswurf von Markus Baur und Daniel Stephan kam für mich sehr überraschend.

Als Team tragen wir leider die größte Schuld an dieser Misere. Wir haben uns in Leon völlig unter Wert verkauft. Wenn wir besser gespielt hätten und erfolgreich gewesen wären, hätten wir dieses ganze Theater nicht gehabt.

Natürlich haben der Verein und die Vereinsleitung hohe Ziele gehabt und die konnten wir nicht erfüllen.

Wir haben mit dem Turnier einfach die Chance verstreichen lassen auch international von uns Reden zu machen.

Das ist sowohl für uns als auch den Trainer nicht zufriedenstellend, besonders auch im Hinblick auf die ganze Saison.

Es haben sich viele Negativ-Ereignisse aneinandergereiht, aber die Schuld für die Ergebnisse trägt immer die Mannschaft und nicht der Trainer.

Da hätten wir uns erstmal an die eigene Nase packen müssen.

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Wir müssen diese Entscheidung vom Verein akzeptieren und in ein paar Wochen werden wir sehen, ob es die Richtige war. Ein Spiel reicht da nicht aus, um eine Resümee zu ziehen.

Es ist alles sehr schnell abgelaufen. Im Handball kenne ich keine vergleichbare Situation, in der ein Trainer direkt nach der Vorbereitung entlassen wurde. (Mudrow folgt auf Baur, Brand empört)

Mich trifft diese Entscheidung sehr, da ich mit den beiden viele Jahre gespielt und trainiert habe und wir seit Jahren gute Freunde sind.

Der Sieg gegen Magdeburg war auf jeden Fall der richtige Schritt und auch eine Antwort auf diese ganzen Turbulenzen und das verpatzte Turnier in Spanien.

Das ist das Gute am Sport: Man kann Negativ-Erlebnisse relativ schnell mit positiven wieder wettmachen.

Natürlich ist es mit diesem einen Schritt nicht getan, es stehen jetzt wichtige Spiele in Berlin und Düsseldorf an. Ich denke, dass die ersten vier Spiele für uns sehr wichtig sind, und wenn wir diese positiv bestreiten, dann sind wir vielleicht schon einen Schritt weiter.

Gewonnen haben wir für unseren Verein.

Das müssen wir uns auch immer wieder bewusst machen, dass wir alles für den TBV Lemgo und uns machen.

Unter dem neuen Trainer Volker Mudrow habe ich bereits dreieinhalb Jahre trainiert und auch viele Erfolge und positive Erlebnisse gehabt.

Er hat sehr viel Handball-Sachverstand, und ist ein sehr guter Motivator.

Das hat ihn hier immer ausgezeichnet.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 32, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

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