In seiner Kolumne schreibt Florian Kehrmann über Lemme/Ullrich, den deutschen Supercup-Sieg und das Rennen zwischen Kiel und HSV.

Liebe Handball-Freunde,

das DHB-Team hat den Supercup gewonnen, das ist ein schöner Erfolg - aber auch nicht mehr. Ich hab mich mit der Mannschaft gefreut und glaube, wir sind auf einem guten Weg, bei der EM in Österreich starke Leistungen zu zeigen.

Doch es war es nur ein Vorbereitungsturnier, in dem es hauptsächlich darum ging, sich für den Kader zu empfehlen.

Die Deckungsleistung fand ich gut. Vorne muss man vielleicht noch etwas Struktur reinbekommen und mehr Geduld haben. Aber alle Teams haben viel experimentiert. Das Turnier war eine gute Standortbestimmung vor einer tollen Kulisse.

[image id="5da6fd34-6375-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Ein heißes Thema zurzeit ist, dass die Schiedsrichter Lemme/Ullrich nach dem Ablauf ihrer Sperre vor einer Rückkehr in die Liga stehen.

Ich kenne natürlich die genauen Fakten zu ihrem Fall nicht. Trotzdem halte ich es für schwachsinnig, das von Verband zu Verband unterschiedliche Sperren ausgesprochen werden.

Es ist absurd, wenn der Europäische Handball-Verband fünf Jahre und der DHB neun Monate als Sperre verhängt. Eine einheitliche Bestrafung nach einer lückenlosen Aufklärung wäre sicher sinnvoller gewesen.

Zum TBV Lemgo: Wenn man die erste Saisonphase betrachtet, lief es insgesamt nicht gerade toll. Wir sind mit der Champions-League-Quali und dem DHB-Pokal aus zwei Wettbewerben ausgeschieden.

Jetzt haben wir gegen Großwallstadt und Melsungen zwei wichtige Spiele, die wir gewinnen müssen, wenn wir den Anschluss in der Liga nicht auch noch verlieren wollen. Unser eigenes Saisonziel ist nun ganz klar die Quali zur Champions League. Der Europapokal ist wohl der letzte Wettbewerb, wo wir einen Titel gewinnen können.

In Großwallstadt fängt ja nun schon im Winter Michael Biegler an, den ich gut kenne. Er hat schon bei vielen Vereinen wirklich gute Arbeit geleistet.

Er hat aus dem Abstiegskandidaten Wilhelmshaven das absolute Optimum rausgeholt und mit Magdeburg, wo viele schon gesagt haben, denen steht eine richtig schwere Saison bevor, bis zuletzt ganz oben mitgespielt. Ich bin schon gespannt, wie es bei ihm mit Großwallstadt läuft.

Das Rennen an der Spitze zwischen Kiel und Hamburg war abzusehen. Hätten wir das Spiel in Wetzlar nicht verloren, würden wir mit drei Minuspunkten auch noch eine gute Rolle spielen. Die Löwen haben bislang nur gegen die Großen verloren und spielen sicherlich auch noch vorne mit.

Aber es ist noch eine lange Saison. Und mal schauen - vielleicht ist dann doch noch ein kleinerer Verein das Zünglein an der Waage.

Euer Florian Kehrmann

Florian Kehrmann, 32, spielt seit 1999 in Lemgo. Mit dem TBV wurde Kehrmann 2002 Deutscher Pokalsieger und 2003 Deutscher Meister. In Ljubljana holte der Nationalspieler nach Platz zwei bei der WM 2003 und bei der EM 2002 den Europameister-Titel 2004. 2007 wurde er dann mit der Brand-Truppe Weltmeister. Zudem stand Kehrmann bei Olympia in Athen mit dem DHB-Team auf dem Podest, holte dort Silber. Seit Jahren gehört Deutschlands Handballer des Jahres 2003 und 2005 zu den besten Rechtsaußen der Welt. Informationen zu unserem Sport1.de-Kolumnisten finden Sie unter www.florian-kehrmann.de

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel